19. Dezember 2024

Für Unternehmer:innen ist der Überblick über die finanzielle Lage ihres Unternehmens essenziell – genau hier kommt die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ins Spiel. Sie liefert regelmäßig aktuelle Einblicke in die wichtigsten Kennzahlen und dient als Grundlage für Entscheidungen, von Investitionen bis hin zu Optimierungen im Tagesgeschäft.
Doch was genau ist eine BWA und warum ist sie so nützlich? In diesem Artikel erklären wir alles, was Du wissen musst – von der Definition über die verschiedenen Arten bis hin zur Erstellung und Auswertung.
Die Abkürzung BWA steht für „Betriebswirtschaftliche Auswertung“. Es handelt sich dabei um eine standardisierte Übersicht, die die Ertragslage und wesentliche betriebswirtschaftliche Kennzahlen eines Unternehmens darstellt. Sie basiert auf den laufenden Finanzbuchhaltungsdaten und wird monatlich oder in kurzen Abständen erstellt. Anders als die Bilanz, die meist am Ende eines Geschäftsjahres entsteht, bietet die BWA einen aktuellen Einblick in die finanzielle Situation eines Unternehmens. Sie ist kein Ersatz für einen Jahresabschluss, sondern eine Ergänzung, die hilft, Entscheidungen auf Grundlage aktueller Zahlen zu treffen.
Zusammengefasst hat eine BWA also folgende Merkmale:
Eine BWA ist dabei nicht einfach nur eine Zusammenstellung von Zahlen. Sie ist ein wesentliches Steuerungsinstrument für Unternehmer:innen. Das sind die wichtigsten Vorteile der BWA im Überblick:
Steuergestaltung und Vorausplanung: Obwohl die BWA keine Steuerbilanz ist, hilft sie, Steuervorauszahlungen zu optimieren und rechtzeitig Rücklagen für höhere Steuerlasten bei steigenden Gewinnen zu bilden. In dieser Hinsicht ist die BWA besonders praktisch für kleinere Unternehmen oder Selbstständige, die keine eigene Steuerabteilung haben.
Je nach Unternehmensgröße, Branche und Zielsetzung kommen unterschiedliche Arten von BWAs in Frage. Jede Variante hat ihren eigenen Fokus und benötigt verschiedene Daten aus der Buchhaltung.
Die kurzfristige Erfolgsrechnung zeigt auf, wie profitabel Dein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum – meist monatlich – ist. Sie ist ideal, um kurzfristige Erträge und Aufwendungen zu ermitteln und frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren. Durch die regelmäßige Analyse kannst Du Schwankungen im Geschäftserfolg zeitnah aufgreifen und entsprechende Maßnahmen einleiten.
Relevante Daten:
Die Bewegungsbilanz stellt dar, wie sich Vermögen und Schulden Deines Unternehmens entwickeln. Im Fokus steht, wie Mittel verwendet werden (z. B. für Investitionen) und woher diese Mittel stammen (z. B. Kredite oder Eigenkapital).
Relevante Daten:
Mit der statischen Liquiditäts-BWA prüfst Du, ob Dein Unternehmen in der Lage ist, kurzfristige Verbindlichkeiten mit den verfügbaren Zahlungsmitteln und Vermögenswerten zu begleichen. Sie zeigt unter anderem den Stand von Kasse, Bankguthaben und Forderungen im Vergleich zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Relevante Daten:
Der Vorjahresvergleich stellt die aktuellen Zahlen mit den entsprechenden Werten aus früheren Perioden gegenüber. Das hilft Dir, Entwicklungen und Trends zu erkennen, z. B. in den Bereichen Umsatz, Kosten oder Gewinn. Du kannst damit Wachstum oder Rückschritte analysieren und gezielte Maßnahmen für die zukünftige Planung ableiten.
Relevante Daten:
Beim Soll-Ist-Vergleich gleichst Du geplante Werte (z. B. Umsatzziele oder Budgetvorgaben) mit den tatsächlich erzielten Ergebnissen ab. So werden Abweichungen sichtbar und Du kannst deren Ursachen analysieren. Du erkennst sofort, ob Dein Unternehmen seine Ziele erreicht oder Anpassungen nötig sind.
Relevante Daten:
Mit dem Branchenvergleich betrachtest Du Deine eigenen Kennzahlen in Relation zu den Durchschnittswerten Deiner Branche. Das zeigt Dir, wie Deine Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zur Konkurrenz aussieht und was Du noch optimieren kannst.
Relevante Daten:

Die Wahl der richtigen BWA hängt davon ab, welche Fragen Du mit den Daten beantworten möchtest, wie groß Dein Unternehmen ist und in welcher Branche Du tätig bist.
Generell gibt es nicht „die eine“ BWA. Die Grundlage einer BWA sind aber immer die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Zusätzlich werden weitere Daten aus der Buchhaltung einbezogen.
Die meisten BWAs folgen einer standardisierten Struktur, die aus diesen Hauptbereichen besteht:
Folgende Grafik zeigt die grundlegende Struktur einer Standard-BWA im Überblick:

Zusätzlich werden Kennzahlen analysiert, um den wirtschaftlichen Erfolg zu messen. Dazu gehören unter anderem:
BWAs sollten idealerweise übersichtlich gestaltet sein. Die wichtigsten Finanzdaten des Unternehmens werden darin klassischerweise als Tabelle präsentiert. Die genaue Struktur ist flexibel und kann an die Anforderungen des Unternehmens angepasst werden, folgt jedoch bestimmten Qualitätskriterien:
Digitale Tools wie Papierkram können helfen, BWAs schneller und leichter zu erstellen, zu exportieren und um Diagramme ergänzen, die die Analyse erleichtern (dazu später mehr).
So kann beispielsweise eine BWA in Papierkram aussehen:

Moderne BWAs gehen dabei auch über reine Tabellen hinaus und bieten visuelle Unterstützung durch Zeitpläne, Zeitreihen, Diagramme und Grafiken. So sind Trends und Abweichungen auf einen Blick erkennbar.
Nachdem Du nun weißt, wie eine BWA aufgebaut sein sollte, bleibt die Frage: Was sagen Dir die darin enthaltenen Daten? Grundsätzlich zeigt Dir die BWA, ob Deine Einnahmen ausreichen, um die Kosten zu decken – ist das Betriebsergebnis negativ, solltest Du versuchen etwas zu ändern.
Mit etwas Übung kannst Du aus der BWA aber noch viel mehr ablesen und tiefere Einblicke in die finanzielle Gesundheit Deines Unternehmens gewinnen. Du siehst:
Die BWA liefert Dir also wertvolle Einblicke und Entscheidungshilfen, wenn Du die Kennzahlen richtig interpretierst. Darauf solltest Du schauen:
Eine BWA zu erstellen ist einfacher, als es oft klingt. Du brauchst im Grunde nur Deine Buchhaltungsdaten und die richtige Software. Hier die wichtigsten Schritte:
Vor allem Selbstständige und Kleinunternehmer:innen können mit Papierkram als BWA-Tool wertvolle Ressourcen sparen und ihre BWA schnell und unkompliziert erstellen. Denn: Papierkram verarbeitet automatisch Die vorhandenen Buchhaltungsdaten und erstellt eine übersichtliche Auswertung. Einnahmen und Ausgaben werden direkt aus Rechnungen oder Kontobewegungen übernommen.
Die BWA in Papierkram steht ab der Pro+ Version als einfache Auswertung zur Verfügung. Es werden die Kennzahlen für das aktuelle Jahr und die des Vorjahres dargestellt. Die BWA erstellst Du ganz einfach unter Berichte > BWA. Anschließend kannst Du mit einem Klick ein ansprechend gestaltetes PDF exportieren.
Ab der Team-Version gibt es dann die erweiterte BWA. Hier werden beide Jahre gegenübergestellt und die prozentuale und monetäre Veränderung zwischen beiden Zeiträumen ausgewertet und angezeigt. Außerdem sind weitere Intervalle und benutzerdefinierte Zeiträume wählbar. So siehst Du auf einen Blick und für beliebige Perioden, wie sich Dein Unternehmen entwickelt hat.
Insgesamt hilft eine BWA, den Erfolg Deines Unternehmens zu steuern. Sie bietet einen Überblick über den finanziellen Status quo und unterstützt Dich dabei, Trends zu erkennen und strategische Entscheidungen zu treffen. Mit Papierkram kannst Du die Erstellung und Auswertung Deiner BWA schnell und einfach in Deinen Alltag integrieren – und Dich mehr auf das konzentrieren, was wirklich zählt: Dein Unternehmen voranzubringen.
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