Studie zur wirtschaftlichen Lage von Selbstständigen und kleinen Unternehmen
Von Dezember 2025 bis Januar 2026 haben wir Papierkram-Nutzer:innen nach der ersten Befragung im Jahr 2024 zum zweiten Mal zur wirtschaftlichen Lage befragt. Die Rücklaufquote war wieder überwältigend. Wir möchten uns bei allen Teilnehmer:innen herzlich bedanken! Auf dieser Website stellen wir die Ergebnisse dar.
Blogartikel: Wirtschaftliche Lage stabil, Stimmung im freien Fall: Selbstständige sind 2026 noch unzufriedener als im Jahr davor
Zusammenfassung // Geschlecht der Teilnehmer:innen // Rechtsform der Unternehmen der Befragten // Anzahl der Personen im Unternehmen // Nebentätigkeiten als Angestellte // Zufriedenheit mit der eigenen Selbstständigkeit // Die geschäftliche Lage des eigenen Unternehmens // Umsatz und Gewinn in 2025 // Entwicklung des Umsatzes in 2025 // Entwicklung des Gewinns in 2025 // Umsatz und Gewinn in 2026 // Erwarteter Umsatz in 2026 // Erwarteter Gewinn in 2026 // Sicherheit der Einschätzung // Beendigung der Selbstständigkeit // Bewertung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland // Bewertung der wirtschaftlichen Lage nach Geschlecht // Zufriedenheit mit der Bundesregierung // Die wichtigsten drei Probleme in Deutschland // Methodik // Umfrage // Die Befragten
Start qualitativer Teil // Zusammenfassung // Datenbasis // Thematische Schwerpunkte // Stimmungsbild // Bürokratie & Verwaltung // Benachteiligung Selbstständiger // Politikverdrossenheit // Steuerlast & Abgaben // Wirtschaftliche Lage // Soziale Ungleichheit // Rentenreform // Klima & Energie // Innovation & Modernisierung // AfD & Demokratie // KI-Auswirkungen // Besondere Einzelrückmeldungen
Befragt wurden Nutzer:innen des Buchhaltungstools Papierkram, die zum Zeitpunkt der Umfrage ein kostenpflichtiges Abonnement gebucht hatten.
Die zentrale Fragestellung war, wie Selbstständige und kleine Unternehmen die allgemeine, aktuelle konjunkturelle Lage in Deutschland und die wirtschaftliche Lage ihres eigenen Unternehmens einschätzen.
Die Umfrage wurde von Dezember 2025 bis Januar 2026 durchgeführt. Eingeladen wurden die Befragten über ein Banner in der Software. Eine detaillierte Beschreibung zur empirischen Methodik findet sich am Ende des Artikels im Kapitel "Methodik".
Der Fragebogen wurde 1.555 Mal aufgerufen, wobei die Teilnehmer:innen zu etwa einem Drittel weiblich und zu etwa zwei Dritteln männlich waren. Die Option "divers" bei der Frage nach dem Geschlecht wurde nur fünf Mal gewählt.
Hinsichtlich der Zufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ähneln die Ergebnisse dieser Umfrage dem allgemein aus den Medien bekannten und in anderen Untersuchungen erhobenen Stimmungsbild.
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland wird eher schlecht eingeschätzt.
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Im Vergleich zur Vorjahresbefragung zeigen sich hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
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Eine große Diskrepanz besteht zwischen der Bewertung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der wirtschaftlichen Lage des eigenen Unternehmens. Hinsichtlich der eigenen wirtschaftlichen Lage zeichnen die Befragten ein positives Bild. Auch die Entwicklung des Umsatzes und des Gewinns im Jahr 2025 und die Aussichten dahingehend für das Jahr 2026 werden eher positiv eingeschätzt.
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Die Teilnehmer:innen sind mehrheitlich zufrieden bis sehr zufrieden mit ihrer Selbstständigkeit.
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Nur ein sehr geringer Teil plant, die Selbstständigkeit beziehungsweise das eigene Unternehmen in naher Zukunft aufzugeben oder denkt darüber nach.
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Als wichtigste Probleme in Deutschland werden die wirtschaftliche Lage und die Bürokratie genannt. Außerdem werden Soziale Ungerechtigkeit / Armut und das Bildungssystem als dringende Probleme angesehen.
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Fragebogenentwicklung: xquiro.de, Papierkram.de, EBS Universität für Wirtschaft und Recht
Durchführung der Umfrage: xquiro.de
Datenauswertung: xquiro.de, Dr. Kajetan Hinner
Bericht: xquiro.de, Rainer Rapp, Jens Schneider
Die Häufigkeiten der Frage nach dem Geschlecht werden in der folgenden Tabelle dargestellt. Mehr als zwei Drittel derjenigen, die den Fragebogen abgeschickt haben, sind männlich, etwas mehr als ein Drittel weiblich und 393 Teilnehmer:innen beantworteten die Frage nicht. Der Anteil der diversen Teilnehmer:innen ist mit 0,4 % oder 5 abgesendeten Fragebögen sehr gering.
| Wertelabel | Häufigkeit | Prozent | Gültige Prozente |
|---|---|---|---|
| Weiblich | 413 | 26,6 % | 35,5 % |
| Männlich | 744 | 47,8 % | 64,0 % |
| Divers | 5 | 0,3 % | 0,4 % |
| Keine Angabe | 393 | 25,3 % | - |
| Gesamt | 1.555 | 100 % | 100 % |
Im Folgenden wurde danach gefragt, unter welcher Rechtsform die Unternehmen der Teilnehmer:innen registriert sind. Obwohl "Freiberufler" oder "Freiberuflerin" streng genommen keine Rechtsform darstellt, wurde diese Option trotzdem in die Auswahl aufgenommen, da bei einer Buchhaltungssoftware, die besonders viele Funktionen für Soloselbständige im Dienstleistungsbereich bereithält, sehr viele Freiberufler:innen unter den Nutzer:innen sein dürften, die sich und ihr Unternehmen so bezeichnen.
In dem folgenden Tortendiagramm findet sich eine grafische Aufbereitung:
Zur Auswahl standen folgende Antwortmöglichkeiten:
59,6 % der Befragten gaben an, ihr Unternehmen als Einzelunternehmer:innen zu führen, weitere 32,6 % gaben an, als Freiberufler:innen zu arbeiten. Es folgt die GbR mit 3,8 % und die GmbH mit 2,7 %. Alle weiteren Rechtsformen finden sich nur selten, lediglich die UG wird noch mit 1,0 % von einem Prozent der Teilnehmer:innen genannt, alle anderen Rechtsformen werden nur von weniger als einem Prozent genannt.
Bei den Befragten handelt es sich zum Großteil um Soloselbstständige. 85,4 % geben an, dass sie alleine arbeiten und keine weiteren Personen im Unternehmen beschäftigt sind.
12,8 % geben an, dass im Unternehmen 2 bis 5 Personen beschäftigt sind, Unternehmen mit über 6 Beschäftigten sind in der Umfrage kaum vertreten.
Die Teilnehmer:innen wurden danach gefragt, ob sie neben ihrer selbstständigen Tätigkeit noch einer abhängigen Tätigkeit nachgehen, z.B. über einen "Minijob" oder als Angestellte in Vollzeit oder Teilzeit.
Hier geben 48,2 % der befragten Personen an, einer weiteren Tätigkeit nachzugehen. 51,8 % verneinten diese Frage und sind neben ihrer Selbstständigkeit nicht in einem abhängigen Arbeitsverhältnis tätig.
Die Teilnehmer:innen wurden nach ihrer Zufriedenheit mit ihrer Selbstständigkeit gefragt. Hier zeigt sich, dass der überwiegende Teil der Befragten zufrieden ist. 26,6 % gaben an, sehr zufrieden zu sein, weitere 47,3 % antworteten, dass sie zufrieden wären. 18,9 % bewerten die Zufriedenheit mit der eigenen Selbstständigkeit als neutral. Nur 6,4 % sind unzufrieden und lediglich ein sehr kleiner Teil von 0,9 % sind sehr unzufrieden.
Fasst man die Werte für "sehr zufrieden" und "zufrieden" zusammen, ergibt sich, dass ein Großteil von 73,9 % der befragten Unternehmer:innen zufrieden mit ihrer Selbstständigkeit sind.
Die aktuelle geschäftliche Lage des eigenen Unternehmens wird von einem Großteil der Befragten als gut eingeschätzt. Die Frage "Wie bewertest Du die geschäftliche Lage Deines Unternehmens in den letzten 12 Monaten?" wurde von 14,7 % mit "sehr gut" und von 38,1 % mit "gut" beantwortet. 30,6 % bewerteten die geschäftliche Lage als "neutral" und nur 13,3 % der befragten Unternehmer:innen bewerteten die geschäftliche Lage ihres Unternehmens als "schlecht", weitere 3,3 % als "sehr schlecht".
Kumuliert man die Prozentwerte für "sehr gut" und "gut" sowie "schlecht" und "sehr schlecht", dann geben mit 52,8 % mehr als die Hälfte der Teilnehmer:innen an, dass die geschäftliche Lage des Unternehmens "gut" wäre, nur 16,6 % bewerten die geschäftliche Lage als "schlecht".
Die Teilnehmer:innen sollten einschätzen, wie sich der Umsatz und der Gewinn des Unternehmens im Jahr 2025 bis zum Zeitpunkt der Befragung entwickelt haben.
Es zeigt sich, dass der Umsatz in der Mehrheit der Unternehmen deutlich gestiegen, gestiegen oder gleich geblieben ist. 21 % gaben an, dass der Umsatz gesunken oder deutlich gesunken ist.
Das Diagramm visualisiert, dass 12,4 % der Befragten angaben, dass der Umsatz deutlich gestiegen ist, 30,9 % gaben an, dass der Umsatz gestiegen ist. Das ergibt für die Antwortoptionen "deutlich gestiegen" und "gestiegen" einen kumulierten Wert von 43,3 %. Bei 35,8 % ist der Umsatz ungefähr gleich geblieben, während er bei 15,3 % gesunken und bei 5,7 % deutlich gesunken ist.
Hier eine kleine Anmerkung der Autoren der Studie: Dieses Ergebnis würde man so nicht erwarten, wenn man die aktuelle Stimmung in Deutschland zum Maßstab nehmen würde.
Ähnlich sieht das Ergebnis aus, wenn man die Angaben zur Entwicklung des Gewinns im Jahr 2025 betrachtet. In den meisten Unternehmen ist der Gewinn im Jahr 2025 deutlich gestiegen, gestiegen oder gleich geblieben. Nur bei knapp über 24 % ist der Gewinn gesunken oder deutlich gesunken.
Konkret gaben 37,7 % der Befragten an, dass der Gewinn in 2025 deutlich gestiegen oder gestiegen ist. Bei 37,9 % ist der Gewinn ungefähr gleich geblieben und bei 24,4 % ist der Gewinn gesunken oder deutlich gesunken.
Es lässt sich also insgesamt zusammenfassen, dass sich bei der Mehrheit der Unternehmen Umsatz und Gewinn nicht negativ entwickelt haben, sondern gestiegen oder zumindest gleich geblieben sind.
Neben dem Rückblick auf das Jahr 2025 sollten die Teilnehmer:innen eine Einschätzung abgeben, wie sich Umsatz und Gewinn ihrer Unternehmen im Jahr 2026 entwickeln würden.
Ein großer Teil der befragten Unternehmer:innen geht von einem höheren Umsatz für das Jahr 2026 gegenüber dem Vorjahr aus.
Insgesamt 44,3 % gaben an, dass der Umsatz voraussichtlich deutlich steigen oder steigen würde.
Ein weiterer großer Teil von 41,7 % geht von einem gleichen Umsatzniveau wie im Jahr 2025 aus und nur 14,1 % gaben an, dass sie einen geringeren Umsatz als im Jahr 2025 erwarteten.
Einen deutlich gesunkenen Umsatz erwarten nur 2,5 % der Teilnehmer:innen.
Auch hinsichtlich des erwarteten Gewinns für das Jahr 2026 schätzen die Teilnehmer:innen die Entwicklung eher positiv ein.
Mit 42,3 % geht ein großer Teil davon aus, dass der Gewinn in 2026 steigen wird.
40,9 % erwarten einen ähnlichen Gewinn wie im Jahr zuvor und mit 16,9 % geben zwar etwas mehr Befragte als bei der Frage nach dem erwarteten Umsatz an, dass der Gewinn sinken oder deutlich sinken wird, es ist aber trotzdem die Minderheit der Teilnehmer:innen.
Nur 2,7 % der Umfrageteilnehmer:innen gehen davon aus, dass der Gewinn deutlich sinken wird.
Neben der Frage nach Gewinn- und Umsatzentwicklung für das Jahr 2026 wurden die Teilnehmer:innen in der Folge befragt, wie sicher sie sich hinsichtlich der Einschätzung sind. Hier zeigt sich, dass sich die Befragten ziemlich sicher sind, die Entwicklungen richtig einzuschätzen.
Dies ist auf den ersten Blick etwas verblüffend. Mit 55,1 % sind sich mehr als die Hälfte der befragten Unternehmer:innen "sicher" oder "sehr sicher" hinsichtlich ihrer Einschätzung zur Entwicklung von Umsatz und Gewinn in 2026.
35,0 % antworteten mit "teils, teils" und nur 10,0 % gaben an, "unsicher" oder "sehr unsicher" zu sein, was ihre Einschätzung dahingehend angeht.
Die Teilnehmer:innen wurden auch gefragt, ob sie planen, ihre Selbstständigkeit in den nächsten zwölf Monaten zu beenden. Die Antwortoptionen waren "ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit", "ich denke darüber nach", "eventuell", "eher unwahrscheinlich" und "auf keinen Fall". Hier zeigt sich ein sehr eindeutiges Bild, was die Zufriedenheit mit der Selbstständigkeit angeht. Der Großteil plant nicht, das Unternehmen aufzugeben.
Mit 46,4 % gibt fast die Hälfte der befragten Unternehmer:innen an, das eigene Unternehmen "auf keinen Fall" aufgeben zu wollen.
Kumuliert man die Werte für "auf keinen Fall" und "eher unwahrscheinlich", so gibt eine sehr große Mehrheit von 81,7 % an, dass sie nicht planen, ihr Unternehmen aufzugeben. 9,8 % antworteten mit "eventuell" und nur 8,5 % denken darüber nach oder werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre selbstständige Tätigkeit beenden.
Mit nur 1,2 % ist die Gruppe, die mit hoher Wahrscheinlichkeit plant, ihr Unternehmen zu beenden, besonders klein.
Neben der Bewertung der geschäftlichen Lage des eigenen Unternehmens wurden die Teilnehmer:innen auch nach ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland befragt.
Hier zeigt sich ein völlig anderes Bild im Vergleich zur Bewertung der Lage des eigenen Unternehmens. Die befragten Unternehmer:innen bewerten die Lage als eindeutig schlecht. Nur 0,9 % der Befragten bewerten die wirtschaftliche Lage in Deutschland als "sehr gut", 11,8 % bewerten sie als "gut".
Der größte Anteil (40,0 %) bewertet die wirtschaftliche Lage als "neutral". Dahinter folgt die Bewertung "schlecht" mit 37,8 % und 9,4 % geben an, die wirtschaftliche Lage Deutschlands wäre "sehr schlecht".
Damit bewerten 47,2 % und damit beinahe die Hälfte aller Befragten die wirtschaftliche Lage als "schlecht" oder "sehr schlecht".
Die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage ist bei den Befragten überwiegend verhalten bis negativ.
Wertet man die Angaben zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland nach Geschlecht aus, so zeigen sich zwar sichtbare, aber nur geringe Unterschiede zwischen den Geschlechtern – der Chi-Quadrat-Test ergibt keinen signifikanten Zusammenhang (p = 0,174). Hier werden nur Männer und Frauen interpretiert. Divers ist aufgrund der geringen Fallzahl nicht interpretierbar.
Eine leichte Tendenz ist dahingened erkennbar, dass Frauen die Lage etwas neutraler sehen und Männer etwas etwas polarisierter sind und stärker in beide Richtungen, positiv und negativ, tendieren.
Folgende Kreuztabellen stellen die Bewertung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland nach Geschlecht dar.
| Geschlecht / Bewertung | Weiblich | Männlich | Divers | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Sehr gut | 2 | 9 | 0 | 11 |
| Gut | 42 | 95 | 0 | 137 |
| Neutral | 183 | 276 | 3 | 462 |
| Schlecht | 154 | 280 | 2 | 436 |
| Sehr schlecht | 30 | 80 | 0 | 110 |
| Geschlecht / Bewertung | Weiblich | Männlich | Divers | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Sehr gut | 18,2 % | 81,8 % | 0 % | 100 % |
| Gut | 30,7 % | 69,3 % | 0 % | 100 % |
| Neutral | 39,6 % | 59,7 % | 0,6 % | 100 % |
| Schlecht | 35,3 % | 64,2 % | 0,5 % | 100 % |
| Sehr schlecht | 27,3 % | 72,7 % | 0 % | 100 % |
| Geschlecht / Bewertung | Weiblich | Männlich | Divers | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Sehr gut | 0,5 % | 1,2 % | 0 % | 1,0 % |
| Gut | 10,2 % | 12,8 % | 0 % | 11,9 % |
| Neutral | 44,5 % | 37,3 % | 60,0 % | 40,0 % |
| Schlecht | 37,5 % | 37,8 % | 40,0 % | 37,7 % |
| Sehr schlecht | 7,3 % | 10,8 % | 0 % | 9,5 % |
| Gesamt | 100 % | 100 % | 100 % | 100 % |
Ein Großteil der Befragten ist nicht zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung in Bezug auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Auf die Frage "Wie zufrieden bist Du generell mit der Arbeit der Bundesregierung hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen?" antworteten nur 0,4 % mit "sehr zufrieden" sowie 5,0 % mit "zufrieden". Während noch 28,1 % mit "neutral" antworteten, sind 39,2 % "unzufrieden" und 27,3 % "sehr unzufrieden".
Fasst man die Werte für "sehr zufrieden" und "zufrieden" zusammen, so kommt man auf einen Wert von 5,4 %. Demgegenüber stehen 66,5 %, die mit der Arbeit der Bundesregierung "unzufrieden" oder "sehr unzufrieden" sind.
Die Umfrageteilnehmer:innen sollten aus einer Liste von Problemen drei auswählen und nach Dringlichkeit sortieren. Die Frage lautete "Welche drei Probleme hältst Du derzeit für am dringendsten?", zur Auswahl standen folgende Antwortmöglichkeiten:
Die folgenden Diagramme zeigen die Ergebnisse für die Plätze eins bis drei.
Die Antwortmöglichkeiten "Wirtschaftliche Lage in Deutschland", "Bürokratie" und "Klimawandel" wurden mit 15,8 %, 15,5 % und 11,3 % am häufigsten auf Platz 1 gesetzt.
Auf Platz 2 folgen die Antworten "Wirtschaftliche Lage in Deutschland" mit 13 %, "Bürokratie" mit 10 % und "Soziale Ungerechtigkeit / Armut" mit 9,3 %.
Auf Platz 3 finden sich die Antwortmöglichkeiten "Bürokratie", "Wirtschaftliche Lage in Deutschland" und "Bildungssystem" mit 12,9 %, 11,3 % und 9,4 %.
Die wirtschaftliche Lage und die Bürokratie stellen große Probleme für die befragten Selbstständigen dar. Diese Antwortmöglichkeiten sind auf allen 3 Plätzen prominent vertreten. Erstmals rückt in dieser Erhebung der Klimawandel auf Platz 1 auf den dritten Rang – diese Antwortmöglichkeit war in der letzten Befragung noch nicht vorhanden.
Das Item "Soziale Ungerechtigkeit / Armut" an dieser prominenten Stelle bleibt ein überraschendes Signal. Man könnte vermuten, dass gerade Selbständige und Freiberufler dieses Problemfeld eher untergewichten würden.
Es könnte aber sein, dass hier ein brisantes Politikfeld angesprochen worden ist, das in den nächsten Jahren weiter in das allgemeine Blickfeld rücken könnte.
Das Bildungssystem wird ebenfalls sehr hoch angesetzt und als großes Problem für Unternehmer:innen angesehen.
Am Ende des Fragebogens hatten die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, ihre Antworten mit einem eigenen Kommentar zu ergänzen. Die folgenden Abschnitte zeigen die Auswertungen der offenen Textrückmeldungen und identifizieren die zentralen Themen, Stimmungen und Anliegen.
Zusammenfassung // Datenbasis // Thematische Schwerpunkte // Stimmungsbild // Bürokratie & Verwaltung // Benachteiligung Selbstständiger // Politikverdrossenheit // Steuerlast & Abgaben // Wirtschaftliche Lage // Soziale Ungleichheit // Rentenreform // Klima & Energie // Innovation & Modernisierung // AfD & Demokratie // KI-Auswirkungen // Besondere Einzelrückmeldungen
Die offene Abschlussfrage „Möchtest Du Deinen Antworten noch etwas hinzufügen?" wurde von rund 130 Teilnehmer:innen mit einem inhaltlichen Kommentar beantwortet.
Die Rückmeldungen sind überwiegend kritisch: Rund zwei Drittel der Kommentare äußern Frustration oder Unzufriedenheit mit politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Die beiden am häufigsten genannten Themen sind eng miteinander verknüpft:
Überbordende Bürokratie und die strukturelle Benachteiligung von
Selbstständigen und Freiberufler:innen, insbesondere beim Zugang zu Sozialleistungen
wie der Aktivrente.
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Ein auffälliger Befund für eine Unternehmer:innenbefragung: Soziale Ungleichheit
wird von einem erheblichen Teil der Kommentierenden explizit als zentrales Problem benannt, sie erleben sich selbst zunehmend als Mittelschicht, die zwischen steigenden Kosten und
mangelnder Unterstützung aufgerieben wird.
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Als neues, noch wenig diskutiertes Thema taucht der Einfluss von KI auf kreative
Berufsfelder auf: Fotograf:innen, Designer:innen und Texter:innen berichten von
spürbarem Auftragsrückgang durch generative KI.
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Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Teilnehmer:innen die offene Frage ausgefüllt haben.
| Kategorie | Anzahl |
|---|---|
| Antworten auf offene Frage (inhaltlich) | 130 |
| Davon ausführliche Antworten (> 2 Sätze) | 45 |
Hinweis: Die Auswertung der offenen Frage basiert auf qualitativer Inhaltsanalyse. Nennungshäufigkeiten je Thema wurden durch manuelles Codieren der Antworten ermittelt. Mehrfachzuordnungen pro Antwort sind möglich.
Das folgende Diagramm zeigt, wie häufig einzelne Themen in den offenen Kommentaren erwähnt wurden. Da viele Antworten mehrere Themen berühren, übersteigt die Gesamtzahl der Nennungen die Zahl der Antworten.
Die überwiegende Mehrheit der Kommentare ist kritisch oder frustriert: Rund 65 % äußern klar negative Einschätzungen zu Bürokratie, Politik oder wirtschaftlichen Bedingungen.
Etwa 20 % der Rückmeldungen sind gemischt-konstruktiv. Sie benennen Probleme, formulieren aber auch konkrete Lösungsvorschläge oder zeigen Verständnis für die Komplexität der Lage.
Nur rund 10 % der Kommentare sind positiv oder optimistisch. Darunter finden sich Teilnehmer:innen, die mit ihrer eigenen Situation zufrieden sind oder grundsätzlichen Optimismus ausdrücken.
5 % der Antworten sind rein neutral oder informativ (z. B. Hinweise auf die persönliche Situation oder Anmerkungen zur Umfrage selbst).
Bürokratie ist das meistgenannte strukturelle Problem in den Kommentaren. Besonders Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige schildern, wie Dokumentationspflichten, Genehmigungsverfahren und gesetzliche Nachweispflichten zunehmend Zeit und Energie binden, die eigentlich dem Kerngeschäft zugutekommen sollten.
„Bürokratie ist bei vielen der Killer. Es wird immer mehr. Und je kleiner ein Unternehmen, desto größer die Aufgaben."
„50 % Bürokratie, 50 % wirklich Geld verdienen. Da ist es doch kein Wunder, dass die Wirtschaft nicht funktioniert."
„Die bürokratischen Hürden aus EU-Gesetzen sind viel zu hoch. Anstatt, dass die EU für einen besseren Handel sorgt, behindert sie diesen."
„Der versprochene Abbau der Bürokratie findet nicht statt und das erstickt unsere Leistung."
Häufig genannte Aspekte:
Besonders erwähnenswert: Mehrere Teilnehmer:innen fordern explizit bürgerfreundliche Digitalisierung der Verwaltung als Lösung. Nicht nur Bürokratieabbau, sondern auch bessere digitale Schnittstellen.
Dies ist das am häufigsten genannte Thema und gleichzeitig das emotionalste. Selbstständige und Freiberufler:innen berichten von einem systematischen Gefühl, im politischen und sozialen System nicht ausreichend berücksichtigt zu werden.
Ein konkretes Reizthema zieht sich durch viele Antworten: die Aktivrente, die für Selbstständige nicht gilt, obwohl ein Teil von ihnen (z. B. über die KSK) in die Rentenversicherung einzahlt.
„Selbstständige werden immer vergessen und/oder benachteiligt gegenüber Angestellten. Nicht jeder Selbstständige verdient sich eine goldene Nase, dennoch wird man so behandelt."
„Es ist unsäglich, dass die Aktivrente nicht für Selbstständige gilt und ich hoffe sehr, dass dies wegen Ungleichbehandlung vor einem deutschen Gericht landet."
„Freiberufler bekommen immer die schlechteren Bedingungen. Bei Rente, Krankenversicherung, Arbeitslosengeld. Eine Regierung, die Selbstständige fair behandeln will, könnte sich ein Beispiel an anderen Ländern nehmen."
„Die Politik schaut auf die großen Unternehmen und Konzerne, nicht auf die vielen kleinen Selbständigen. Für uns gibt es keine Lobby."
„Statt Bürokratie abzubauen, wird Selbstständigen immer mehr aufgeladen, während Großunternehmer Steuer- und Stromgeschenke bekommen. Unternehmertum und Risikobereitschaft werden bestraft."
Konkret genannte Benachteiligungen:
Viele Teilnehmer:innen äußern grundlegende Kritik an der Handlungsfähigkeit und den Prioritäten der Bundesregierung. Dabei wird weniger eine bestimmte Partei angegriffen als vielmehr das politische System als Ganzes. Zu kurze Legislaturperioden, zu viel Koalitionsstreit, zu wenig substanzielle Reformen.
„Die Bundesregierung scheint nicht auf der Höhe der Zeit zu sein. Es wird nicht an Sachthemen orientiert gehandelt und gibt keine Vision für Deutschland."
„Leider ist die Bundesregierung mit vielerlei Dingen total überfordert. Die Lösungen liegen nicht in Komplexität sondern in Einfachheit."
„Die Unzufriedenheit über die Arbeit der Regierung ist hauptsächlich darin begründet, dass viele der aktuellen Reformen lediglich kosmetische Korrekturen bleiben."
„Der permanente Versuch, es allen Bürgern recht zu machen, ist fatal. Es geht nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Markierung, dass man was besser gemacht hat als die Vorgänger."
Wiederkehrende Kritikpunkte:
Ein kleiner Teil der Kommentierenden (ca. 3–4 Antworten) nimmt die aktuelle Regierung ausdrücklich in Schutz und verweist auf die schwierige weltpolitische Ausgangslage.
Die Abgabenlast. Steuern, Krankenkassenbeiträge, Sozialabgaben wird von vielen als erdrückend empfunden. Mehrere Teilnehmer:innen berichten, dass die Kombination aus steigenden Betriebskosten und hoher Steuerlast die Selbstständigkeit wirtschaftlich zunehmend unattraktiv mache.
„Steuern und Krankenkassenbeiträge sind deutlich zu hoch. Kleinunternehmer werden vernachlässigt."
„Abgabenlast ist viel zu hoch. Daher werde ich auswandern."
„Es muss sich schnellstens etwas an Steuerabgaben, Energiepreisen und den Mietpreisen tun. Niemand hat mehr Geld übrig wie noch vor 4–5 Jahren. Der Mittelstand stirbt."
„Steigende Kosten für Soloselbstständige ohne Kompensation bei gleichzeitig sinkenden Preisen machen es sehr zäh und ermüdend."
Besonders belastend empfunden wird:
Gleichzeitig wünschen sich mehrere Teilnehmer:innen eine höhere Besteuerung von sehr großen Vermögen und Erbschaften. Ein Zeichen, dass Steuergerechtigkeit als Thema zwei Stoßrichtungen hat.
Neben der eigenen Situation wird die allgemeine wirtschaftliche Lage Deutschlands von zahlreichen Teilnehmer:innen kommentiert. Auffällig: Obwohl viele ihre eigene wirtschaftliche Lage noch als gut bezeichnen (vgl. Hauptauswertung), blicken sie mit Sorge auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.
„Die wirtschaftliche Lage hat sich stark verschlechtert. Durch die politische Lage international als auch national. Dadurch ist die Nachfrage stark gesunken."
„International fällt Deutschland in ein Mittelmaß zurück. Wir sind zu satt, zu träge, zu alt, um dem etwas entgegenzusetzen. Jede notwendige Reform wird totdiskutiert."
„In den letzten 12 Monaten wurden viele Projekte kurz vor Start gestoppt wegen der wirtschaftlichen Lage im Lande und weil keine Investitionen getätigt werden."
„Energiepreise und Überregulierung führen dazu, dass wichtige Wirtschaft aus Deutschland abwandert. Deutschland verliert seinen weltwirtschaftlichen Standpunkt."
Genannte Ursachen für die wirtschaftliche Schwäche:
Bemerkenswert für eine Unternehmer:innenbefragung: Soziale Gerechtigkeit ist ein starkes Thema. Viele Teilnehmer:innen sehen sich selbst als Mittelschicht, die zunehmend zwischen Reichen (die von Steuerpolitik profitieren) und Transferleistungsempfänger:innen (für die der Staat zahlt) aufgerieben wird.
„Die Mitte hat immer mehr zu kämpfen, die Reichen werden reicher und es wird nach unten getreten. Das ist blanker Irrsinn."
„Gewinne privatisieren, Verluste auf die Allgemeinheit umlegen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren."
„Als kleines Zahnrad im Wirtschaftskreislauf kann ich weder von Förderung noch anderen wirtschaftspolitischen Konjunktur-Programmen profitieren. Das können nur große Unternehmen."
„Wie bei allen vorherigen Bundesregierungen wird der Mittelstand und die kleinen Unternehmen wenig berücksichtigt. Auto, Stahl und Banken … das ist im Blick, der Rest soll ordentlich Steuern zahlen."
Die Forderungen in diesem Themenfeld sind vielfältig, aber oft konkret:
„Die kürzlich beschlossene Aktivrente unter Ausschluss der Selbstständigen zeigt die Zweiklassengesellschaft und Feindlichkeit gegenüber selbstständigen Erwerbstätigen."
„Als Selbständiger rechne ich mit Altersarmut bzw. werde arbeiten, so lange es geht."
„Eine Rentenrevolution ist dringend nötig, sowie eine Veränderung unseres Wahlsystems."
„Im Rentenpaket zeigt sich, dass die Bundesregierung Selbständige kaum auf dem Schirm hat. Zickzackkurse sorgen für wenig Planungssicherheit."
Das Rentensystem ist ein Querschnittsthema, das sich mit der Benachteiligung Selbstständiger stark überschneidet. Konkret genannte Forderungen:
Die Angst vor Altersarmut ist bei Solo-Selbstständigen besonders präsent. Insbesondere in Branchen mit starkem Auftragsrückgang.
Das Klimathema zeigt das gespaltene Meinungsbild in der Zielgruppe besonders deutlich: Annähernd gleich viele Teilnehmer:innen kritisieren, dass zu wenig für das Klima getan wird, wie andere, die die Klimapolitik als übermäßig kostentreibend empfinden.
„Die Vermeidung, den Klimawandel aktiv anzugehen, wird zu noch größeren wirtschaftlichen Problemen führen. Das ist das schlimmste Vergehen der aktuellen Bundesregierung." Befürworter:in stärkerer Klimapolitik
„Wieder mehr Fokus auf die wesentlichen Dinge: Soziale Gerechtigkeit und Anpassung an den Klimawandel. Stabilität von Entscheidungen führt zu mehr Planbarkeit." Befürworter:in stärkerer Klimapolitik
„Die Lobbyregierung hält an alten teuren fossilen Strukturen fest, anstatt in die Zukunft zu investieren." Befürworter:in stärkerer Klimapolitik
„Energiepreise und Überregulierung führen dazu, dass wichtige Wirtschaft aus Deutschland abwandert." Kritiker:in der Klimapolitik
Die Haltungen in diesem Themenfeld lassen sich grob in zwei Lager teilen:
Mehr Klimaschutz (ca. 7–8 Nennungen):
Weniger Klimaregulierung (ca. 4–5 Nennungen):
„Weg von Besitzstandswahrung und Veränderungsunwilligkeit hin zu mehr Disruption und Chancenorientierung."
„Deutschland ist weiterhin zu konservativ und lernt nicht von anderen, wie es besser funktionieren könnte. Zu viel Lobbyeinfluss in alten Strukturen."
„Es fehlt mir an Innovationsfreude und dem Mut, Neues auszuprobieren. Risiken werden höher gewertet als Chancen."
„Wir verschlafen, was sag ich, verpennen hier den Anschluss an Innovation und Zukunft."
Bemerkenswert: Viele, die Innovation fordern, benennen auch eine kulturelle Komponente.Eeine gesellschaftliche Risikoaversion, die weit über die Politik hinausgeht.
Zehn Antworten thematisieren explizit die Gefahr durch die AfD oder den allgemeinen Rechtsruck. Dabei überwiegen deutlich die besorgten Stimmen gegenüber vereinzelten Sympathiebekundungen.
„Das dringendste Problem, was nicht aufgeführt wurde, ist der politische und gesellschaftliche Rechtsruck und die Gefahr, die von einer antidemokratischen AfD ausgeht."
„Mir graut vor einer rechtspopulistischen Regierung der AfD. Die wird unser Land an den Rand des Ruins treiben."
„Das Erstarken der AfD in Länderparlamenten führt zu massiven Haushaltseinschnitten für barrierefreien Tourismus und inklusives Design." Betroffene:r Freiberufler:in
Die Rückmeldungen zu diesem Thema verteilen sich wie folgt:
Einige Antworten sehen die aktuelle Regierung selbst als mitverantwortlich für den Rechtsruck, weil sie Versprechen nicht einhalte und damit Enttäuschung erzeuge, die populistischen Kräften zugutekäme.
Ein neues Thema taucht in dieser Umfrage auf, das in früheren Erhebungen noch nicht sichtbar war: der spürbare wirtschaftliche Einfluss generativer KI auf kreative Berufsfelder. Das Thema wurde nicht in der Hauptumfrage abgefragt. Die Tatsache, dass es dennoch in den offenen Antworten erscheint, unterstreicht seine Relevanz.
„In meinem Berufsfeld führt der Einsatz generativer KI zu immer größeren Verwerfungen: Nachfrage und Honorarniveau nach Designleistungen sinkt, Wettbewerb steigt."
„KI ist der größte Gamechanger in der absehbaren Zukunft - im Positiven aber auch stark im Negativen. In den kreativ-Berufen fallen jetzt schon massenweise Aufgaben und Projekte und damit auch Kunden weg, weil KI einen Großteil der Aufgaben übernimmt, die früher von Fotografen, Filmemachern, Grafikern , Illustratoren und Textern gemacht wurden."
Besonders betroffene Berufsgruppen laut den Rückmeldungen:
Die folgenden Antworten sind besonders aussagekräftig, weil sie entweder besonders präzise formuliert sind, mehrere Themen auf überzeugende Weise verbinden, oder eine ungewöhnliche Perspektive einnehmen.
Über die strukturelle Lage Selbstständiger:
„Selbstständige werden immer vergessen und/oder benachteiligt gegenüber Angestellten. Warum soll die Aktivrente denn nicht für Selbstständige gelten? Ein Teil der Selbstständigen muss auch ins Rentensystem einzahlen (KSK-Versicherte), aber dann wird man bei der Aktivrente ausgeschlossen? Das ist Diskriminierung auf höchstem Niveau. Genauso muss das Zweiklassen-Gesundheitssystem abgeschafft werden. Eine Chance auf gute Gesundheit darf nicht nur jenen mit dickem Geldbeutel vorbehalten sein. Die Mitte hat immer mehr zu kämpfen, die Reichen werden reicher und es wird nach unten getreten."
Über demographischen Wandel und politisches Versagen:
„Die europäischen Gesellschaften altern rapide, die Geburtenraten verharren auf niedrigem Niveau, und die Zuwanderung wird weder strategisch gelenkt noch in ihrer gesellschaftlichen Dimension ausreichend bedacht. Dennoch fehlt eine vorausschauende Strategie, die Bildung, Familienförderung, Arbeitsmarktpolitik und Einwanderungsmanagement in ein kohärentes Gesamtkonzept integriert. So wie in der Spätphase der DDR die ökonomische Realität zunehmend von ideologischen Wunschbildern überdeckt wurde, verdrängt man heute die demographischen Fakten."
Über Selbstständigkeit und Generationenperspektive:
„In meiner kleinen selbstständigen Blase läuft und wächst alles super. Schaut man auf die letzten Sparjahrzehnte und den Zerfall sämtlicher Infrastruktur inkl. dem demografischen Wandel, kann einem nur Angst und Bange um die Zukunft der eigenen Kinder werden. Gleichzeitig wissen wir schon jetzt, dass der Zeitgeist und die deutsche Gesellschaft weder progressive noch unangenehme Lösungen mag. Schade ist das, und als Europäer denkt man deshalb immer wieder über das Auswandern nach."
Über fehlende Innovationskultur:
„Ich bin fest davon überzeugt, dass es in Deutschland wirtschaftlich wieder bergauf gehen wird, wenn wir endlich offene Systeme und Schnittstellen etablieren, die unsere Bürokratie vereinfachen und kooperative Geschäfte ermöglichen — anstatt Milliarden in Tech-Konzerne zu stecken, deren größter Antrieb ist, die Kunden in eine Abhängigkeit zu zwingen."
Über Bürokratie:
„Zuviel Bürokratie für die Kleinstunternehmen, zu viele Gesetzesänderungen. Man benötigt mittlerweile mehr Zeit für die Umsetzung der rechtlichen Vorgaben und kann sich weniger um das Tagesgeschäft kümmern. Nur selbständig zu sein reicht mittlerweile nicht mehr aus, um die Kosten zu decken. Ein Zweitjob ist mittlerweile Standard."
Die offenen Kommentare verdichten das Bild, das der qualitative Umfrageteil zeichnet: Papierkram-Nutzer:innen sind überwiegend zufrieden mit ihrer eigenen Selbstständigkeit — aber zunehmend frustriert über die Rahmenbedingungen, in denen sie arbeiten.
Drei Themen verdienen besondere Aufmerksamkeit:
Befragt wurden Nutzer:innen der Buchhaltungssoftware Papierkram.de. Papierkram.de ist eine Cloud-Buchhaltung für Selbstständige, Freiberufler:innen und kleine Unternehmen.
Die Befragung wurde als reine Online-Umfrage durchgeführt.
Papierkram kann in vier verschiedenen Paketen verwendet werden. Neben einer kostenlosen Version gibt es drei kostenpflichtige Versionen, deren Nutzung ein Abonnement voraussetzt und die sich hinsichtlich des Funktionsumfangs unterscheiden.
Angezeigt wurde der Hinweis zur Teilnahme an der Befragung nur Nutzer:innen, die eine der kostenpflichtigen Versionen verwenden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass die Teilnehmer:innen ernsthaft und gewinnorientiert einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit nachgehen.
Als Umfragetool wurde die Open Source Umfragensoftware LimeSurvey in der Community Edition eingesetzt. Zum Zeitpunkt der Umfrage wurde die Version 6.16 verwendet. Gehostet wurde die Software in einem Webhosting-Paket der Firma 1blu. Der Standort aller Server von 1blu ist Frankfurt am Main. Die Umfrage war unter der URL umfragen.xquiro.de zu erreichen.
Die Einladung zur Umfrage wurde als Hinweis auf dem Dashboard, der ersten Ansicht nach dem Login, eingeblendet. Nach einem Klick auf die Schaltfläche “hier geht’s zur Umfrage” gelangten die Teilnehmer:innen zum Fragebogen.

Eine zusätzliche Einladung per E-Mail erfolgte nicht.
Der Hinweis wurde von Freitag, dem 19. Dezember 2025, 0.00 Uhr bis Sonntag, den 25. Januar 2026, 23.59 Uhr in der Software angezeigt. Innerhalb dieses Zeitraums war es möglich, den Fragebogen auszufüllen und die Daten abzusenden. Mit dem Ausblenden des Hinweises wurde die Umfrage deaktiviert und der Fragebogen war nicht mehr aufrufbar.
Weitere spezielle Hinweise zu dem methodischen Verfahren: Um Mehrfachantworten zu unterbinden wurde nach dem Absenden des Fragebogens ein Cookie im Browser der Teilnehmer:innen gesetzt, das eine wiederholte Teilnahme verhinderte. Es kann nicht sichergestellt werden, dass dadurch Mehrfachteilnahmen völlig verhindert wurden, ein Cookie kann gelöscht werden oder es kann ein anderer Browser verwendet werden, durch diese Hürde werden Mehrfachantworten aber deutlich unwahrscheinlicher.
Bevor den Teilnehmer:innen die Fragen angezeigt wurden, griff der Begrüßungstext die Inhalte des Einladungsbanners auf dem Papierkram-Dashboard auf und erklärte, mit welchem Themenbereich sich die Umfrage beschäftigt.

Insgesamt umfasste der Fragebogen 19 Fragen, die in zwei Abschnitte “Allgemeine Angaben zu Dir und zu Deinem Unternehmen” und “Fragen zur konjunkturellen Lage” eingeteilt wurden.
Keine Frage wurde als Pflichtfrage deklariert. Es war also ohne weiteres möglich, nur einige Fragen zu beantworten und andere auszulassen. Damit sollte die Abbruchquote niedrig gehalten werden.
Insgesamt wurde der Fragebogen 1.555 Mal aufgerufen. Bei jedem Aufruf des Fragebogens wurde ein Datensatz angelegt, in dem zum Zeitpunkt des Aufrufs grundsätzliche Daten wie Zeit, Referrer und IP-Adresse gespeichert wurden.
IP-Adresse und Referrer wurden, um die Anonymität der Teilnehmer:innen zu gewährleisten, in anonymisierter Form gespeichert. Es wurde also auch dann ein Datensatz gespeichert, wenn der Fragebogen nicht abgesendet wurde.
Erfahrungsberichte von Nutzer:innen, die in den Bereichen Sozialpädagogik, Film, Fernsehen, Rundfunk, Organisation, Design, Fotografie und Webdesign arbeiten.
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