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Der Businessplan – erfolgreich und strukturiert in die Selbstständigkeit

23. Juni 2015

Neugründungen von Unternehmen sind stets mit hohem organisatorischem Aufwand verbunden. Aber auch grundlegende Veränderungen des operativen oder strategischen Geschäfts bedürfen einer strukturierten Vorgehensweise. Der Businessplan bildet dabei die schriftliche Grundlage und erfüllt gleich mehrere Zwecke. Zum einen sorgt er dafür, dass der Unternehmer selbst den Überblick behält, sich Ziele, Maßnahmen und Risiken immer wieder vor Augen führen kann. Zum anderen überzeugt er potenzielle Kapitalgeber von Investitionen in das eigene Unternehmen.

Der Aufbau des Businessplans

Generell umfassen Businesspläne zwischen 10 und 50 DIN A4 Seiten. Bei Einzelunternehmen kann der Umfang teilweise auch geringer ausfallen, große Aktiengesellschaften hingegen werden mit 50 Seiten nicht auskommen. Was alles im Businessplan stehen muss, ist nicht exakt definiert. Allerdings hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten ein bestimmter Aufbau als Standard etabliert. Unternehmer sollten die einheitliche Standardisierung nach Möglichkeit übernehmen, sorgt sie doch dafür, dass Banken und andere Geldgeber schneller mit dem Businessplan zurechtkommen.

Insgesamt sollten folgende acht Punkte im Businessplan vorkommen. Die Reihenfolge kann dabei variiert werden.

  1. Prägnante und vor allem kurze Zusammenfassung des Unternehmens.
  2. Erläuterung der grundlegenden Idee des Unternehmens und der Produkte.
  3. Vorstellung des Gründerteams inklusive Qualifikationen, die für das Vorhaben von Bedeutung sind.
  4. Analyse des Marktes und bestehenden Wettbewerbs anhand von Daten, Zahlen und Fakten.
  5. Darstellung der Marketing- und Vertriebsstrategie.
  6. Aufführung wichtiger rechtlicher Aspekte (Wahl der Rechtsform, Gesellschafter etc.)
  7. Komplette Finanzplanung inklusive Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalbedarf und Planung der Liquidität.
  8. Darstellung von Best-case- und Worst-case-Szenarien der Unternehmensentwicklung. Erläuterung möglicher Risiken.

Welche Vorteile ergeben sich, wenn ich einen Businessplan erstelle?

Vor allem Klein- und Einzelunternehmer verzichten häufig auf die Erstellung von Geschäftsplänen. Die Begründung liegt meist darin, dass kaum Fremdkapital benötigt wird und der Businessplan daher nur unnötige Zeitaufwendungen erfordere. Doch auch dann, wenn keine Kapitalgeber gesucht werden, sollte ein solcher Plan erstellt werden.

Bei der Erstellung des Businessplans ist der Unternehmer dazu gezwungen, sein komplettes Vorgehen klar zu strukturieren. Mögliche Fehler bei der grundsätzlichen Unternehmensplanung werden so bereits im Ansatz ausgeschlossen. Zudem definiert der Plan ein klares Ziel, an dem sich das Unternehmen in Zukunft messen kann. Das ermöglicht eine fundierte Erfolgskontrolle und ist Ausgangspunkt für das Controlling. Darüber hinaus zeigt der fertige Geschäftsplan das komplette Vorhaben und kreiert einen großen Gesamtüberblick. Die Dimension des Unternehmens wird so deutlich.

Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass Unternehmer, die einen Businessplan erstellen erfolgreicher sind als Konkurrenten, die auf eine schriftliche Ausarbeitung ihres Vorgehens verzichten. Besonders Neugründungen scheitern zum Großteil an fehlerhaften, unvollständigen oder nicht vorhandenen Businessplänen. Wer sich dazu entschließt, keinen Plan anzufertigen, unterschätzt häufig das unternehmerische Risiko. Dieses kann durch einen Businessplan zwar nicht gemindert werden, er schafft aber ein Bewusstsein für mögliche Problemfälle. Probleme können sowohl im Unternehmen selbst als auch durch Veränderungen der Marktlage entstehen. Für beide Situationen ist es hilfreich, bereits im Vorhinein gewisse finanzielle Reserven anzulegen, damit das Unternehmen auch langfristig erfolgreich bestehen kann.

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Ansprechpartner
Dr. Michael Kaiser

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