Arbeitsvertrag

Arbeitsvertrag: Was Du als Unternehmer:in wissen musst

Was ist ein Arbeitsvertrag?

Ein Arbeitsvertrag ist die Grundlage für jedes Arbeitsverhältnis zwischen Dir als Arbeitgeber:in und Deinen Angestellten. Er legt fest, welche Aufgaben Deine Mitarbeitenden übernehmen, wie lange sie arbeiten und wie viel sie verdienen. Auch wenn Du ein kleines Unternehmen führst, solltest Du immer einen schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen.

Denn er schützt beide Seiten: Missverständnisse werden vermieden, Rechte und Pflichten sind klar geregelt und im Streitfall hast Du eine sichere Grundlage.

Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich sein?

Rein rechtlich genügt in Deutschland auch ein mündlicher Arbeitsvertrag. Das bedeutet, dass ein Arbeitsverhältnis grundsätzlich auch ohne Papierform zustande kommt.

Aber: Ein schriftlicher Vertrag ist aus mehreren Gründen deutlich besser:

  • Rechtssicherheit: Alle Vereinbarungen zu Arbeitszeit, Gehalt, Urlaub oder Kündigungsfrist sind dokumentiert.
  • Vermeidung von Missverständnissen: Du und Deine Mitarbeitenden wissen genau, was vereinbart wurde.
  • Beweissicherheit: Im Streitfall vor Gericht oder bei der Agentur für Arbeit hast Du klare Nachweise.
  • Professioneller Eindruck: Ein schriftlicher Vertrag zeigt, dass Du ein seriöses Unternehmen führst.

Kurz gesagt: Auch wenn ein mündlicher Vertrag rechtlich ausreichen würde, ist ein schriftlicher Arbeitsvertrag für Dich und Deine Angestellten deutlich sicherer.

Welche Arten von Arbeitsverträgen gibt es?

Für Dein Unternehmen sind folgende Arbeitsverträge relevant:

  • Unbefristeter Arbeitsvertrag: Ohne festgelegtes Enddatum; das Arbeitsverhältnis läuft, bis eine Seite kündigt.
  • Befristeter Arbeitsvertrag: Endet automatisch nach einer vereinbarten Zeit, z. B. für Projekte oder Saisonarbeit.
  • Teilzeit- oder Vollzeitvertrag: Je nachdem, wie viele Stunden Deine Mitarbeitenden pro Woche arbeiten.
  • Minijob-Vertrag: Für geringfügig Beschäftigte, mit speziellen Regeln zu Sozialversicherung und Gehalt.

Wähle die Vertragsart passend zu Deinen Mitarbeitenden, um spätere Probleme zu vermeiden.

Welche Inhalte gehören in einen Arbeitsvertrag?

Ein Arbeitsvertrag sollte klar und verständlich sein. Achte besonders auf diese Punkte:

  • Angaben zu Dir und Deinen Mitarbeitenden (Name, Adresse)
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses (Datum)
  • Aufgabenbeschreibung
  • Arbeitsort (Büro oder Homeoffice)
  • Arbeitszeit (Wochenstunden, Pausenregelungen)
  • Vergütung (Gehalt, Boni, Sachleistungen)
  • Urlaubstage und Urlaubsregelung
  • Probezeit (Dauer, Kündigungsfrist)
  • Kündigungsfristen
  • Hinweis auf Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen, falls relevant

Wenn Du diese Punkte schriftlich festhältst, haben beide Seiten Sicherheit und im Streitfall klare Beweise.

Pflichten Deiner Mitarbeitenden

Ein Arbeitsvertrag legt auch die Pflichten Deiner Angestellten fest:

  • Arbeitspflicht: Sie müssen die vereinbarte Arbeit erledigen.
  • Treuepflicht: Deine Mitarbeitenden schützen Deine Geschäftsinteressen und behandeln vertrauliche Informationen sorgfältig.
  • Wettbewerbsverbot: Falls vereinbart, dürfen sie nicht gleichzeitig für die Konkurrenz arbeiten.

Diese Regelungen helfen, Vertrauen im Team aufzubauen und Dein Unternehmen zu schützen.

Pflichten für Dich als Arbeitgeber:in

  • Gehalt pünktlich zahlen
  • Arbeitsmittel und sichere Arbeitsbedingungen bereitstellen
  • Arbeitszeiten, Pausen und Urlaub einhalten
  • Arbeitszeugnisse ausstellen, wenn Mitarbeitende das Unternehmen verlassen

Wenn Du diese Pflichten ernst nimmst, bleiben Deine Mitarbeitenden motiviert und Du vermeidest rechtliche Probleme.

Sonderregelungen, die oft wichtig sind

  • Überstundenregelung: Wie werden Überstunden vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen?
  • Homeoffice und Remote-Arbeit: Arbeitszeiten, Ausstattung, Datenschutz.
  • Nebentätigkeiten: Darf Deine Mitarbeiterin oder Dein Mitarbeiter nebenbei arbeiten?
  • Datenschutzpflichten: Schutz sensibler Unternehmensdaten.

Klare Regeln in diesen Bereichen verhindern Konflikte und Missverständnisse.

Wie endet ein Arbeitsvertrag?

  • Kündigung durch Dich oder Deine Mitarbeitenden
  • Ordentliche Kündigung: Mit Einhaltung der vertraglich vereinbarten Frist
  • Außerordentliche Kündigung: Bei schwerwiegenden Gründen ohne Frist
  • Aufhebungsvertrag: Einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Halte gesetzliche Vorschriften und Kündigungsfristen unbedingt ein, um Streitigkeiten zu vermeiden.

Praktische Tipps für Dich als Unternehmer:in

  • Schriftlich arbeiten: Auch wenn mündlich theoretisch möglich ist, ist ein schriftlicher Vertrag immer sicherer.
  • Standardvorlagen nutzen: Passe sie aber individuell an Dein Unternehmen an.
  • Regelmäßig prüfen: Achte auf aktuelle gesetzliche Änderungen.
  • Arbeitsrechtliche Beratung einholen: Bei Unsicherheiten sparst Du Zeit und Geld.

So stellst Du sicher, dass Deine Verträge rechtlich korrekt und gleichzeitig fair für Deine Mitarbeitenden sind.

Häufig gestellte Fragen zum Arbeitsvertrag

Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich sein?

Rein rechtlich genügt auch ein mündlicher Arbeitsvertrag. Praktisch und rechtlich sicherer ist jedoch ein schriftlicher Arbeitsvertrag. Er verhindert Missverständnisse, dient als Beweis bei Streitigkeiten und zeigt, dass Dein Unternehmen seriös arbeitet.

Welche Inhalte müssen in einen Arbeitsvertrag?

Wichtige Inhalte sind Angaben zu Dir und Deinen Mitarbeitenden, Beginn des Arbeitsverhältnisses, Aufgabenbeschreibung, Arbeitsort, Arbeitszeit, Vergütung, Urlaub, Probezeit, Kündigungsfristen und Hinweise auf Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen.

Welche Pflichten haben Mitarbeitende?

Mitarbeitende müssen die vereinbarte Arbeit leisten, Geschäftsinteressen schützen, vertrauliche Informationen beachten und ggf. ein Wettbewerbsverbot einhalten.

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber?

Du musst das Gehalt pünktlich zahlen, Arbeitsmittel bereitstellen, sichere Arbeitsbedingungen schaffen, Arbeitszeiten, Pausen und Urlaub einhalten sowie Arbeitszeugnisse ausstellen.

Wie kann ein Arbeitsvertrag beendet werden?

Ein Arbeitsvertrag kann durch Kündigung (ordentlich oder außerordentlich) oder durch einen Aufhebungsvertrag einvernehmlich beendet werden. Dabei müssen gesetzliche Vorschriften und Kündigungsfristen eingehalten werden.

Welche Vorteile hat ein schriftlicher Arbeitsvertrag gegenüber einem mündlichen?

Ein schriftlicher Vertrag sorgt für Rechtssicherheit, verhindert Missverständnisse, bietet Beweissicherheit bei Streitigkeiten und vermittelt Professionalität gegenüber Mitarbeitenden.

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