Tilgung

Tilgung – Das musst Du bei Rückzahlungen von Krediten in der Buchhaltung beachten

In der Buchhaltung und im Finanzwesen begegnet man häufig dem Begriff „Tilgung“. Doch was bedeutet Tilgung genau und wie wird sie verbucht? In diesem Beitrag erklären wir leicht verständlich, wie Tilgung funktioniert, welche Arten es gibt und worauf Selbstständige und Unternehmer:innen achten sollten.

Was versteht man unter Tilgung?

Die Tilgung ist die planmäßige Rückzahlung eines aufgenommenen Kredits oder Darlehens. Sie erfolgt in der Regel in regelmäßigen Raten über einen vereinbarten Zeitraum. Dabei ist die Tilgung nicht mit den Zinsen zu verwechseln: Während die Zinsen die Kosten für die Nutzung des geliehenen Geldes darstellen, reduziert die Tilgung tatsächlich die verbleibende Schuldsumme – auch als Restschuld bezeichnet.

Die verschiedenen Arten der Tilgung im Überblick

Je nach Kreditvertrag und finanzieller Planung kommen unterschiedliche Tilgungsformen zum Einsatz. Die wichtigsten Tilgungsarten sind:

  • Annuitätentilgung:
    Bei dieser weit verbreiteten Form bleibt die Gesamtrate während der gesamten Laufzeit gleich. Allerdings verschiebt sich das Verhältnis zwischen Zinsen und Tilgung im Laufe der Zeit: Anfangs ist der Zinsanteil hoch und der Tilgungsanteil gering – später kehrt sich dieses Verhältnis um.
  • Ratentilgung:
    Hier wird in jeder Periode ein gleichbleibender Betrag zur Tilgung verwendet. Die Zinsen werden auf die jeweils verbleibende Restschuld berechnet, wodurch die Gesamtrate mit der Zeit sinkt.
  • Endfällige Tilgung:
    Diese Variante sieht keine regelmäßigen Tilgungszahlungen während der Laufzeit vor. Stattdessen wird der gesamte Kreditbetrag am Ende in einer Summe zurückgezahlt. In der Zwischenzeit werden lediglich die Zinsen gezahlt.

Wie wird die Tilgung in der Buchhaltung erfasst?

Buchhalterisch betrachtet führt die Tilgung zu einer Verminderung der Verbindlichkeiten in der Bilanz. Der Tilgungsanteil einer Kreditrate wird auf dem entsprechenden Passivkonto erfasst und reduziert die Restschuld. Der Zinsanteil hingegen wird als betrieblicher Aufwand verbucht, da es sich um Kosten für die Kapitalüberlassung handelt.

Es ist wichtig, beide Anteile – Tilgung und Zinsen – korrekt zu trennen, um eine ordnungsgemäße Buchführung sicherzustellen. In vielen Fällen hilft ein Tilgungsplan dabei, die Zusammensetzung der Kreditraten übersichtlich darzustellen.

Sondertilgungen: Kredit schneller zurückzahlen

Viele Kreditverträge enthalten die Möglichkeit sogenannter Sondertilgungen. Damit kann der Kreditnehmer zusätzliche Beträge außerhalb des regulären Zahlungsplans zurückzahlen – zum Beispiel aus einem unerwarteten Umsatzüberschuss. Sondertilgungen ermöglichen eine schnellere Schuldenfreiheit und können langfristig Zinskosten sparen. Allerdings sollte geprüft werden, ob dafür Gebühren oder eine Vorfälligkeitsentschädigung anfallen.

Tilgung und Steuer: Was kann abgesetzt werden?

Aus steuerlicher Sicht ist wichtig zu wissen: Tilgungszahlungen selbst sind nicht als Betriebsausgabe absetzbar, da sie lediglich die Rückzahlung eines Kredits darstellen. Abzugsfähig sind dagegen die Zinskosten, also der Preis für die Nutzung des Fremdkapitals. In Papierkram findest Du die Kategorie "Zinsen und ähnliche Aufwendungen", in der Du die Zinskosten ganz einfach verbuchen kannst.

Fazit: Tilgung ist ein zentraler Bestandteil der Finanzplanung

Die Tilgung ist ein grundlegender Bestandteil jedes Kreditvertrags und spielt eine wichtige Rolle in der Buchhaltung. Sie beeinflusst nicht nur die Liquidität eines Unternehmens, sondern auch dessen Bonität und Kreditwürdigkeit. Wer sich mit den verschiedenen Tilgungsformen und deren buchhalterischer Behandlung auskennt, kann Kredite gezielt steuern und finanzielle Spielräume optimal nutzen.

Häufige Fragen zur Tilgung in der Buchhaltung (FAQ)

Was bedeutet Tilgung in der Buchhaltung?

Tilgung bezeichnet in der Buchhaltung die planmäßige Rückzahlung eines Kredits oder Darlehens. Sie reduziert die Verbindlichkeiten eines Unternehmens und wird getrennt von den Zinszahlungen erfasst.

Welche Arten der Tilgung gibt es?

Die gängigsten Tilgungsarten sind die Annuitätentilgung (gleichbleibende Rate), die Ratentilgung (gleichbleibender Tilgungsanteil, sinkende Gesamtrate) und die endfällige Tilgung (gesamte Rückzahlung am Laufzeitende).

Wie wird die Tilgung in der Buchhaltung gebucht?

Der Tilgungsanteil wird auf einem Passivkonto verbucht und verringert die Restschuld. Der Zinsanteil wird als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Sind Tilgungen steuerlich absetzbar?

Nein, Tilgungszahlungen sind steuerlich nicht absetzbar, da sie keine Betriebsausgaben im engeren Sinne darstellen. Abzugsfähig sind lediglich die Zinsen als Finanzierungskosten.

Was ist eine Sondertilgung?

Eine Sondertilgung ist eine freiwillige, zusätzliche Rückzahlung außerhalb des regulären Tilgungsplans. Sie ermöglicht es, Kredite schneller zu begleichen und Zinskosten zu senken.

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