Aktuelles rund um Papierkram

Es war einmal … das Bankgeheimnis

Mit Inkrafttreten des Abkommens über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen Mitte des Jahres 2016 erfuhr das Bankengeheimnis zuletzt eine deutliche Einschränkung. Am 30. September 2017 ist es nun soweit,

der Informationsaustausch über Finanzkonten wird erstmals tatsächlich umgesetzt.

Ungefähr 90 Staaten, darunter neben Deutschland und den übrigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auch Liechtenstein, Luxemburg und die Cayman Islands haben mit dem Abkommen über den automatischen Informationsaustausch der Steuerhinterziehung den Kampf angesagt. Und die Digitalisierung eröffnet den Staaten immer neue Möglichkeiten Steuersündern auf die Schliche zu kommen.

Am 30. September 2017 werden jetzt erstmalig die Informationen über Finanzkonten des Jahres 2016 auf elektronischem Weg nach Deutschland gemeldet. Meldepflichtig sind neben Geburtsdatum und Geburtsort, steuerlicher Wohnsitz sowie sämtliche Konten (Kontonummer und Kontensaldo) natürlicher als auch juristischer Personen. Je nach Kontoart sind zudem der Gesamtbetrag der Zinsen, Dividenden und anderer Einkünfte meldepflichtig, die im Zusammenhang mit dem Konto erwirtschaftet wurden.

Durch die gemeldeten Daten erhält das Finanzamt Einblick in alle ausländischen Finanzkonten der Steuerpflichtigen und kann diese mit den eingereichten Steuererklärungen abgleichen. Gleichzeitig können Rückschlüsse auf Vorjahre gezogen werden, da großes Kapitalvermögen in den seltensten Fällen kurzfristig aufgebaut wird.

Standen der Finanzverwaltung bisher nur die über Steuer-CDs beschafften Daten zur Auswertung zur Verfügung um Schwarzgeldkonten aufzuspüren, wird sich die auswertbare Datenmenge am 30. September 2017 vervielfachen und in den kommenden Jahren immer umfangreicher werden, da sich immer mehr Staaten am Informationsaustausch beteiligen.

Mehr denn je ist daher zur ordnungsgemäßen Deklaration in der Steuererklärung zu raten und in Einzelfällen über eine Selbstanzeige nachzudenken.

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