Freelancer-Plattformen: Vergleich, Chancen und rechtliche Fallstricke

10. August 2026

TL;DR? Artikel zusammenfassen lassen mit …
ChatGPT Claude Perplexity

Deine Website steht, das LinkedIn-Profil ist aktualisiert, und trotzdem fehlt der erste Auftrag. Für viele Freiberufler:innen ist eine Plattform der schnellste Weg zum ersten Auftrag. Freelancer-Plattformen sind der digitale Marktplatz der Selbstständigkeit: Dort suchen Auftraggeber:innen gezielt nach Skills, und Du findest Freelancer-Projekte, die zu Deiner Auslastung passen. Du musst keine Reichweite aufbauen, sondern Dich in eine Nachfrage einsortieren, die schon existiert. Genau deshalb sind sie Dein schnellster Zugang zum Projektmarkt, solange Dein Netzwerk noch klein ist.

Gleichzeitig lohnt sich für Dich ein zweiter Blick. Sobald Du über eine Plattform arbeitest, bewegst Du Dich in einem rechtlichen Rahmen, der sich derzeit spürbar verändert. Und wenn Du irgendwann nur noch für einen einzigen Dauerkunden arbeitest, landest Du schneller beim Thema Scheinselbstständigkeit als gedacht. Dieser Artikel zeigt Dir beide Seiten.

Was ist Plattformarbeit und was regelt die EU-Richtlinie?

Bevor Du Dir konkrete Portale anschaust, hilft Dir ein Blick auf den Begriff. Denn "Plattformarbeit" klingt harmlos, ist juristisch aber sehr präzise gemeint.

Plattformarbeit kurz erklärt

Plattformarbeit heißt: Eine digitale Plattform bringt Auftraggeber:innen und Auftragnehmer:innen zusammen und organisiert die Zusammenarbeit ganz oder teilweise. Das kann unterschiedlich aussehen, und der Unterschied ist rechtlich entscheidend.

Auf der einen Seite stehen offene Marktplätze. Du erstellst ein Profil, siehst Projekte, bewirbst Dich, verhandelst selbst über Preis und Umfang. Die Plattform ist Schaufenster und häufig Zahlungsabwickler, mehr nicht.

Auf der anderen Seite stehen algorithmisch gesteuerte Plattformen. Hier verteilt ein System die Aufträge automatisch, gibt Preise vor, misst Reaktions- und Annahmequoten und sanktioniert Abweichungen, etwa durch schlechtere Sichtbarkeit oder Kontosperrung. Typisch ist das im Liefer-, Fahr- und Mikrojob-Bereich, teilweise auch bei stark standardisierten Onlinediensten.

Diese Unterscheidung ist der Kern der rechtlichen Debatte. Je mehr eine Plattform Zeit, Ort, Preis und Ablauf Deiner Arbeit bestimmt, desto mehr Merkmale einer abhängigen Beschäftigung im Sinne von § 7 Abs. 1 SGB IV liegen vor, unabhängig davon, was im Vertrag steht.

Was die EU-Richtlinie zur Plattformarbeit vorgibt

Seit Dezember 2024 gilt die EU-Richtlinie zur Plattformarbeit, umsetzen müssen die Mitgliedstaaten sie bis zum 2. Dezember 2026. Sie greift bei jeder Plattform, die in der EU geleistete Arbeit organisiert, also auch bei Anbietern mit Sitz außerhalb Europas.

Der Kern der Plattformarbeit-Richtlinie: Deuten Tatsachen auf Steuerung und Kontrolle durch die Plattform hin, wird zunächst von einem Arbeitsverhältnis ausgegangen, und die Plattform muss das Gegenteil belegen. Welche Kriterien das genau auslösen, legt jedes Land selbst fest. Für Dich praktisch spürbar ist ein zweiter Punkt: Sperrt eine Plattform Dein Konto, darf das kein Algorithmus allein entscheiden, und Du kannst die Gründe erfahren.

Bis zur Umsetzung in deutsches Recht gilt die bisherige Rechtslage. Bei klassischen Projektbörsen, auf denen Du Preise und Aufträge selbst bestimmst, ändert sich ohnehin wenig.

Lohnen sich Freelancer-Plattformen für den Start in die Selbstständigkeit?

Kurze Antwort: ja, als Einstieg. Auf Dauer sollte eine Plattform für Dich ein Kanal unter mehreren bleiben. Plattformen für Freelancer haben in den letzten Jahren stark zugelegt, deshalb lohnt sich die Auswahl mit Bedacht.

Diese Vorteile bringen Plattformen für Freelancer

  • Nachfrage ist schon da. Du musst keine Reichweite aufbauen, sondern Dich in bestehende Suchanfragen einsortieren.
  • Vertrauen durch Bewertungen. Ohne Referenzen ist Deine Akquise zäh. Bewertungen und Feedback früherer Kunden ersetzen am Anfang Dein fehlendes Portfolio.
  • Absicherung bei der Bezahlung. Treuhandkonten, Meilensteine und feste Zahlungsmethoden senken Dein Risiko, auf einer offenen Rechnung sitzen zu bleiben.
  • Wenig Verwaltung. Verträge, Kommunikation und Auszahlung laufen für Dich an einem Ort.
  • Realistischer Preisüberblick. Du siehst, was andere Expert:innen mit vergleichbaren Fähigkeiten verlangen. Das hilft Dir bei der eigenen Kalkulation, gerade wenn Du als Freelancer starten willst.

Die wichtigsten Freelancer-Plattformen im Vergleich

Die besten Freelancer-Plattformen sind immer die, die zu Deinem Fachgebiet passen. Als IT-Freelancer mit zehn Jahren Erfahrung brauchst Du ein anderes Portal als beim Start mit Deinen ersten Textprojekten. Der Markt für Freelancer-Plattformen in Deutschland 2026 ist dabei übersichtlicher, als er auf den ersten Blick wirkt. Der folgende Überblick sortiert Dir die Auswahl nach Typ.

Internationale Marktplätze: Fiverr, Upwork und Malt

Fiverr funktioniert über Angebote, die Du selbst schnürst und einstellst. Deine Kundschaft kauft direkt, ohne Ausschreibung. Fiverr behält 20 Prozent jedes Auftrags, Trinkgeld und Zusatzleistungen eingeschlossen. Käufer:innen zahlen zusätzlich eine Servicegebühr. Typische Fiverr-Erfahrungen aus dem deutschsprachigen Raum: schneller Start, viele kleine Aufträge, deutlicher Preisdruck. Suchst Du nach Fiverr-Alternativen, landest Du meist bei Plattformen mit niedrigerer Provision.

Upwork setzt auf Bewerbungen. Unternehmen schreiben Projekte aus, Du reichst ein Angebot ein und verbrauchst dafür sogenannte Connects. Seit Mai 2025 liegt die Service Fee je Vertrag zwischen 0 und 15 Prozent, in der Praxis berichten viele von rund 10 Prozent. Das alte Stufenmodell mit 20, 10 und 5 Prozent gilt nicht mehr. Schaust Du Dich nach Upwork-Alternativen um, sind meist genau diese Bewerbungskosten der Grund.

Malt ist Europas großer unabhängiger Marktplatz mit Schwerpunkt auf IT, Design, Marketing und Beratung. Für Freelancer in Deutschland erhebt Malt laut eigenem Hilfebereich derzeit keine Provision, Du erhältst den Tagessatz aus Deinem Profil vollständig. Die Servicegebühr zahlt die Kundenseite, abhängig vom gewählten Tarif.

Deutsche Portale: freelancermap und GULP

Freelancer-Plattformen in Deutschland arbeiten häufiger mit Abo-Modellen als mit Provision. Das verändert Deine Kalkulation deutlich.

freelancermap gehört mit über 270.000 Freelancer-Profilen zu den größten Projektbörsen in der DACH-Region. Der entscheidende Unterschied zu den Marktplätzen: keine Vermittlungsgebühren. Die Basis-Mitgliedschaft ist kostenlos, für den vollen Funktionsumfang gibt es ein Premium-Abo. Schwerpunkt sind IT- und Engineering-Projekte, oft remote, mit einer Median-Laufzeit von sechs Monaten. Im digitalen Marketing liegt die typische Projektdauer eher bei drei Monaten.

GULP ist streng genommen kein Marktplatz, sondern ein Personaldienstleister für IT, Engineering und Life Sciences. Du legst ein Profil an, GULP schlägt Dich für offene Projektpositionen vor. Für Dich entstehen dabei in der Regel keine Kosten, der Anbieter verdient über die Marge beim Kunden. Dafür gibst Du einen Teil der Kundenbeziehung ab, weil die Projektvermittlung und häufig auch die Abrechnung über GULP laufen.

Nischen-Plattformen für IT, Design und Kreative

Spezialisierte Portale bieten Dir weniger Projektangebote, dafür passgenauere. Uplink ist eine Community für IT-Freelancer aus der DACH-Region mit festem Wohnsitz im Raum Deutschland, Österreich und Schweiz. Die Aufnahme erfolgt nach Bewerbung, Vertrag und Rechnung laufen direkt zwischen Dir und dem Unternehmen. 99designs richtet sich an Designerinnen und Designer, dasauge an Kreative und Medienleute, junico eher an Einsteiger:innen und Studierende. Für Übersetzung, Lektorat oder Illustration lohnt sich für Dich der Blick in solche Nischen fast immer mehr als ein weiteres Profil auf einem großen Marktplatz.

Freelancer-Plattformen im Vergleich

Plattform Gebühren für Dich Bezahlung Zielgruppe Einstiegshürde
Fiverr 20 % pro Auftrag Guthaben auf dem Konto, Auszahlung nach Freigabefrist Kleine, klar umrissene Leistungen, international Niedrig
Upwork 0 bis 15 % pro Vertrag, plus Connects für Bewerbungen Auszahlung nach Freigabe durch den Kunden Stunden- und Festpreisprojekte, international Mittel
Malt Keine Provision in Deutschland, Kunde zahlt Servicegebühr Abwicklung über die Plattform IT, Digital, Beratung, Europa Mittel bis hoch
freelancermap Keine Vermittlungsgebühr, optionales Premium-Abo Direkte Abrechnung mit dem Kunden IT und Engineering, DACH-Raum Mittel
GULP In der Regel keine Gebühr für Dich Abrechnung über den Anbieter IT, Engineering, Life Sciences Mittel bis hoch
Uplink 10 % des Honorars in den ersten 12 Monaten, danach keine Gebühr Direkte Abrechnung mit dem Kunden IT-Expert:innen in der DACH-Region Hoch, Aufnahme nach Bewerbung

Stand Juli 2026. Konditionen ändern sich, deshalb wirf vor Deiner Anmeldung noch einmal einen Blick auf die Startseite und die Preisseite der jeweiligen Plattform.

In 4 Schritten zu Deinen ersten Aufträgen über Freelancer-Plattformen

Dein Profil allein bringt Dir keine Projekte. Diese vier Schritte machen den Unterschied.

Schritt 1: Schneide Dein Profil auf ein Thema zu

Ein Bauchladen konvertiert schlecht. Überlege, mit welchem Suchbegriff Deine Kundschaft nach Deiner Leistung sucht, und richte Titel, Beschreibung und Fähigkeiten darauf aus. Aussagekräftige Arbeitsproben und ein klarer Standort schlagen jede Aufzählung von Tools. Für die Profilerstellung solltest Du wirklich zwei bis drei Stunden einplanen.

Schritt 2: Wähle wenige Portale und bediene diese konsequent

Zwei aktiv gepflegte Profile bringen Dir mehr als sechs halbfertige. Wähle ein internationales Portal und ein Freelancer-Portal aus der DACH-Region, dann kannst Du vergleichen, welcher Kanal Dir wirklich Anfragen liefert. Nach zwei bis drei Monaten hast Du erste Ergebnisse und kannst nachjustieren.

Schritt 3: Schreibe Bewerbungen mit Substanz

Auf Standardtexte bekommst Du kaum Antworten. Nimm einen konkreten Punkt aus der Ausschreibung auf, beschreibe Deinen Weg zur Lösung und nenne ein vergleichbares Projekt. Drei präzise Sätze wirken stärker als eine Seite Selbstlob. Timing hilft Dir ebenfalls: Viele Unternehmen starten Projekte zu Jahresbeginn, wenn neue Budgets freigegeben werden, und im Herbst, bevor Budgets auslaufen.

Schritt 4: Mache aus dem Plattformkontakt eine echte Kundenbeziehung

Dein eigentliches Wachstum entsteht durch Folgeprojekte und Empfehlungen. Halte nach dem ersten Auftrag den Kontakt, liefere sauber ab, bitte um eine Bewertung. Wichtig: Die meisten Marktplätze verbieten es, Kunden während der Laufzeit an der Plattform vorbei abzuwerben. Prüfe die Regeln, bevor Du eine Direktbeziehung anbahnst.

Wenn Du Deine Selbstständigkeit zunächst neben dem Job aufbaust, findest Du die Grundlagen dazu in unserem Beitrag nebenberuflich selbstständig machen.

So bekommst Du Deine ersten Aufträge über Freelancer-Plattformen

Scheinselbstständigkeit auf Freelancer-Plattformen: Wann wird es riskant?

Vorweg die Entlastung: Arbeitest Du über einen offenen Marktplatz für viele Kunden, setzt Deine Preise selbst und kannst Projekte ablehnen, bist Du in der Regel unauffällig unterwegs.

Fall 1: Die Plattform steuert Deine Arbeit

Kritisch sind Modelle, in denen die Plattform Preise vorgibt, Arbeitszeiten festlegt, Aufträge automatisch zuweist und Absagen mit schlechterem Ranking oder Kontosperre sanktioniert. Hast Du keinen Einfluss auf Preis, Zeit und Auswahl, arbeitest Du faktisch weisungsgebunden. Genau an dieser Stelle setzt die EU-Richtlinie zur Plattformarbeit mit ihrer Vermutungsregel an.

Fall 2: Der Dauerkunde nach dem Plattform-Einstieg

Der häufigere Fall in der Praxis: Du gewinnst über eine Plattform einen Kunden, das Projekt läuft gut, es wird verlängert, dann noch einmal. Zwei Jahre später kommt fast Dein gesamter Umsatz aus dieser einen Zusammenarbeit. Drei Merkmale werden dann heikel:

  • Umsatzkonzentration. Ein einzelner Auftraggeber, der nahezu Deinen kompletten Umsatz stellt, ist ein starkes Indiz.
  • Weisungsbindung. Feste Arbeitszeiten, Anwesenheitspflicht, inhaltliche Anweisungen im Tagesgeschäft.
  • Eingliederung. Firmen-E-Mail-Adresse, Platz im Team-Organigramm, Teilnahme an internen Terminen, Nutzung der Kundenhardware.

Wer prüft Scheinselbstständigkeit und wie läuft das ab?

Zuständig ist die Deutsche Rentenversicherung. Zwei Wege führen zur Prüfung: die reguläre Betriebsprüfung bei Deinem Auftraggeber nach § 28p SGB IV, bei der Rechnungen externer Dienstleister mit angeschaut werden, und das Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV. Fällt die Prüfung negativ aus, drohen Deinem Auftraggeber Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen, rückwirkend bis zu vier Jahre. Genau deshalb reagieren viele Unternehmen bei langen Freelancer-Einsätzen inzwischen vorsichtig. Weitere Informationen findest Du in unserem Artikel zur Scheinselbstständigkeit.

Rechnungen und Steuern: Was bei Fiverr, Upwork und Co. auf Dich zukommt

Wie Du abrechnest, hängt nicht von der Plattform ab, sondern von ihrem Modell. Es gibt drei, und sie führen zu drei völlig verschiedenen Buchhaltungen.

Modell 1: Marktplatz mit Zahlungsabwicklung

Die Plattform steht zwischen Dir und dem Kunden, kassiert das Geld und behält ihre Provision direkt ein. Beispiele sind Fiverr, Upwork und Malt. Eine eigene Fiverr-Rechnung an die Kundschaft gibt es hier meist nicht, weil Dir die Rechnungsdaten fehlen. Stattdessen arbeitest Du mit den Abrechnungen der Plattform. Wichtig für Dich: Erfasse die Einnahme in voller Höhe und die Provision separat als Betriebsausgabe. Buchst Du nur den Auszahlungsbetrag, fehlen Dir Umsatz und Ausgabe gleichzeitig. Rechnet die Plattform in US-Dollar ab, dokumentiere den Wechselkurs mit.

Modell 2: Projektbörse ohne Zahlungsabwicklung

Die Plattform vermittelt nur den Kontakt, den Rest machst Du selbst. So funktionieren freelancermap, Uplink und GULP Direkt. Buchhalterisch ist das der einfachste Fall: Du stellst Deine Rechnung direkt an den Kunden, wie bei jedem anderen Auftrag. Die Plattformkosten laufen als Abo oder Provision separat als Betriebsausgabe.

Modell 3: Agentur oder Personaldienstleister

Dein Vertragspartner ist nicht der Endkunde, sondern die Agentur. Du stellst ihr eine Rechnung, sie zahlt Dein Honorar. Sitzt die Agentur in Deutschland, ist das umsatzsteuerlich der unkomplizierteste Weg.

Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung

Hier wird es unübersichtlich, deshalb bekommst Du nur die Leitplanken:

  • Deine eigene Leistung: Für den Leistungsort zählt bei Geschäftskunden grundsätzlich der Sitz Deines Kunden. Sitzt er in Deutschland, weist Du Umsatzsteuer aus. Sitzt er in der EU, greift bei B2B das Reverse-Charge-Verfahren. Bei Kunden im Drittland ist Deine Leistung in Deutschland nicht steuerbar, mit entsprechendem Hinweis auf der Rechnung.
  • Die Plattformgebühr: Beziehst Du eine Leistung aus dem Ausland, kann das Reverse-Charge-Verfahren dazu führen, dass Du die Umsatzsteuer auf die Gebühr in Deutschland schuldest. Das betrifft im Grundsatz auch Dich als Kleinunternehmer:in, denn die gezahlte Steuer kannst Du dann nicht als Vorsteuer abziehen.
  • Kleinunternehmerregelung: Als Kleinunternehmer:in stellst Du keine Umsatzsteuer in Rechnung. Das darfst Du, solange Du im Vorjahr unter einem Umsatz von 25.000 Euro geblieben bist und im laufenden Jahr unter 100.000 Euro bleibst. Startest Du gerade erst, zählen nur die 25.000 Euro. Wichtig bei Plattformen: Für die Grenze zählt Dein voller Auftragswert, nicht das, was nach Abzug der Provision bei Dir ankommt.

So erfasst Du Deine Plattformeinnahmen richtig

Buche immer zwei Positionen, nicht den Auszahlungsbetrag. Bei einem Auftrag über 500 Euro mit 100 Euro Provision und 400 Euro Auszahlung gehören 500 Euro Einnahme und 100 Euro Betriebsausgabe in Deine EÜR. Buchst Du nur die 400 Euro, berechnest Du Deine Kleinunternehmergrenze falsch.

Nimm Dir dafür einmal im Monat 15 Minuten:

  • Transaktionsübersicht der Plattform exportieren
  • Einnahmen und Provisionen getrennt erfassen
  • Bei Auszahlungen in Fremdwährung den Wechselkurs mit dokumentieren

Jahresdokumente ziehst Du nach Jahresende nach. Buchungsbelege bewahrst Du acht Jahre auf, und ältere Abrechnungen sind in Plattformkonten oft nicht mehr abrufbar.

So hilft Dir Papierkram beim Rechnungen erstellen

Sobald neben Deinen Plattformaufträgen die ersten Direktkunden dazukommen, brauchst Du eine saubere Rechnungsstellung. Genau dafür haben wir Papierkram gebaut.

Angebote und Rechnungen erstellst Du in wenigen Minuten, mit Vorlagen in Deinem Design und wiederkehrenden Posten für Stammkunden. Rechnungen an Kundschaft in EU- und Drittländern gehen ohne Umwege raus, inklusive der Hinweise, die bei grenzüberschreitenden Leistungen auf den Beleg gehören. Die Zeiterfassung läuft direkt am Projekt, sodass Du abrechenbare Stunden mit einem Klick in die Rechnung übernimmst und gleichzeitig siehst, welcher Auftrag sich wirklich rechnet.

Deine Belege erfasst Du digital, auch die Gutschriften und Gebührenabrechnungen Deiner Plattformen. Aus Einnahmen und Ausgaben leiten wir EÜR und Umsatzsteuervoranmeldung automatisch ab, statt dass Du am Quartalsende Zahlen zusammensuchst.

Der praktische Effekt für Dich: Deine Umsätze aus mehreren Kanälen laufen an einem Ort zusammen. Genau das brauchst Du, wenn Du Deine Auftraggeber bewusst streust und trotzdem den Überblick behalten willst.

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So hilft Dir Papierkram beim Erstellen von Rechnungen

Fazit: Freelancer-Plattformen bringen Dir Projekte, saubere Zahlen bringen Dir Sicherheit

Freelancer-Plattformen sind ein pragmatischer Einstieg in die Selbstständigkeit. Sie liefern Dir Nachfrage, Vertrauen und geregelte Bezahlung, und sie ersetzen am Anfang das Netzwerk, das Du noch nicht hast. Der Preis dafür sind Gebühren, Wettbewerb und ein Profil, das Dir nicht gehört.

Entscheidest Du Dich für eine Freelancer-Plattform in Deutschland 2026, solltest Du deshalb zwei Dinge parallel tun: den Kanal ernsthaft bedienen und gleichzeitig eigene Wege zu Kunden aufbauen. Rechtlich bleibt es entspannt, solange Du viele Auftraggeber hast, Deine Preise selbst bestimmst und Projekte ablehnen kannst. Wird ein Kunde zum Dauerkunden, schau genau hin, im Zweifel über das Statusfeststellungsverfahren.

Häufig gestellte Fragen zu Freelancing-Plattformen

Bin ich auf Fiverr oder Upwork scheinselbstständig?

In der Regel nicht. Auf offenen Marktplätzen bietest Du Deine Dienstleistungen vielen verschiedenen Kunden an, setzt Deine Preise selbst und entscheidest über jeden Auftrag. Das spricht klar für Deine Selbstständigkeit. Kritisch wird es, wenn aus einem Plattformkontakt ein Dauerkunde wird, der Deinen Umsatz dominiert und Dich in seine Abläufe einbindet.

Wer prüft, ob ich scheinselbstständig bin?

Die Deutsche Rentenversicherung. Entweder im Rahmen einer Betriebsprüfung bei Deinem Auftraggeber oder über das Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV, das die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund durchführt. Antragsberechtigt bist Du ebenso wie Dein Auftraggeber, jeweils auch allein. Ein Scheinselbstständigkeit-Test im Internet liefert Dir dagegen nur eine unverbindliche Einschätzung.

Was ändert die EU-Plattformarbeitsrichtlinie für Freelancer in Deutschland?

Die Richtlinie (EU) 2024/2831 richtet sich vor allem an Plattformbetreiber. Sie führt eine widerlegbare Vermutung eines Beschäftigungsverhältnisses ein und verpflichtet Plattformen zu Transparenz über ihre Algorithmen. Bis zur Umsetzung in nationales Recht, spätestens am 2. Dezember 2026, gilt für Dich in Deutschland die bisherige Rechtslage. Bei klassischen Projektbörsen, auf denen Du Preise und Aufträge selbst bestimmst, ändert sich wenig.

Wie viele Plattformen sollte ich als Freelancer:in nutzen?

Zwei bis drei aktiv gepflegte Profile sind ein guter Ausgangspunkt, idealerweise ein internationaler Marktplatz und ein Portal aus dem deutschsprachigen Raum. Mehr Profile bedeuten für Dich mehr Pflegeaufwand bei sinkendem Ertrag pro Kanal. Lies vorab Erfahrungen und Bewertungen anderer Selbstständiger, das spart Dir Fehlversuche.

Was ist das Statusfeststellungsverfahren?

Ein Verfahren, mit dem Du und Dein Auftraggeber verbindlich klären lassen könnt, ob eine Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit vorliegt. Zuständig ist die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund. Seit dem 1. April 2022 entscheidet sie im optionalen Verfahren nur über den Erwerbsstatus, bezogen auf ein konkretes Auftragsverhältnis.

Blogbeitrag verfasst von
Rainer Rapp
Grandmaster Of All Trades
Portrait Autor
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