17. Februar 2026

Viele Selbstständige stehen bei fast jeder größeren Rechnung vor derselben Entscheidung: früher zahlen und einen Preisnachlass mitnehmen oder das volle Zahlungsziel ausschöpfen und die Liquidität schonen. Stellst Du selbst Rechnungen, geht es zusätzlich darum, ob Du durch Skonto schneller an Dein Geld kommst und dafür einen Teil Deiner Marge abgibst. Was auf den ersten Blick nach einer kleinen Prozentfrage aussieht, hat in Wahrheit oft große finanzielle Auswirkungen. Denn hinter Skonto steckt ein klarer wirtschaftlicher Mechanismus, der über Ersparnis oder unnötige Kosten entscheidet.
In diesem Artikel erfährst Du, wann sich Skonto für Dich lohnt, wann Du darauf verzichten solltest und wie Du Deine Entscheidung schnell und sicher mit einem Skonto-Rechner triffst.
Skonto ist ein prozentualer Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag, der gewährt wird, wenn eine Rechnung innerhalb einer bestimmten kurzen Frist bezahlt wird, zum Beispiel zwei Prozent bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen.
Wenn Du die ausführliche Erklärung, typische Formulierungen und ein Basisbeispiel brauchst, findest Du das im Papierkram Glossar zum Thema Skonto.
Skonto, Rabatt und Bonus werden oft gleichgesetzt. Für die Bewertung von Skonto ist es aber wichtig zu wissen, wodurch der jeweilige Preisnachlass entsteht.
Skonto ist an Zeit gekoppelt. Du erhältst den Nachlass, wenn Du innerhalb der Skontofrist zahlst. Auf der Rechnung stehen meist Skontosatz und Frist, zum Beispiel zwei Prozent innerhalb von zehn Tagen.
Ein Rabatt ist sofort wirksam. Der Preis wird direkt reduziert, etwa weil Du mehr Waren abnimmst oder eine Aktion gilt. Der Rechnungsbetrag sinkt sofort.
Ein Bonus wird oft später gewährt, etwa wenn ein bestimmtes Absatzvolumen erreicht wurde. Häufig erfolgt das über eine Gutschrift.
Keiner dieser Nachlässe ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie werden freiwillig zwischen Verkäufer:innen und Kund:innen vereinbart.
Die Antwort hängt davon ab, ob Du eine Rechnung stellst oder eine Rechnung erhältst.
Skonto zu gewähren kann sich lohnen, wenn Dir eine schnelle Zahlung wichtiger ist als die maximale Marge.
Du bist Dienstleister:in und stellst eine größere Rechnung. Wenn Du Skonto anbietest, steigt die Chance, dass das Geld innerhalb der Skontofrist eingeht und Du schneller Planungssicherheit hast.

Für Dich als Rechnungsempfänger:in lohnt sich Skonto vor allem dann, wenn Du früh zahlen kannst, ohne Deine Liquidität zu gefährden, und der finanzielle Vorteil höher ist als Deine Zinskosten.
Du arbeitest als Handwerker:in und bekommst regelmäßig Rechnungen für Material. Wenn Dein:e Lieferant:in Skonto bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen anbietet, summiert sich der Preisnachlass über das Jahr oft zu einem spürbaren Vorteil.

Auch wenn viele sagen, dass sich Skonto immer lohnt, gibt es Situationen, in denen Du bewusst darauf verzichten solltest.
Ob sich Skonto lohnt, ist keine Gefühlssache, sondern eine reine Rechenfrage. Entscheidend sind der Rechnungsbetrag, der Skontosatz und die Tage zwischen Skontofrist und regulärem Zahlungsziel. Aus diesen Werten ergibt sich, wie hoch Dein tatsächlicher Preisvorteil ist.
Damit Du das nicht selbst mit einer komplizierten Skonto-Formel durchrechnen musst, kannst Du Deine Zahlen direkt in unseren Skonto-Rechner eingeben. Dort siehst Du sofort, ob sich der Skontoabzug in Deiner konkreten Situation lohnt.
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Ob sich Skonto lohnt, wird klar, sobald Du die Zahlen auf ein Jahr hochrechnest. Ein kleiner prozentualer Nachlass für wenige Tage frühere Zahlung kann wirtschaftlich einem sehr hohen Zinssatz entsprechen. Genau das zeigt dieses einfache Praxisbeispiel.
Du bekommst eine Rechnung über 5.000 Euro. Dein:e Lieferant:in bietet zwei Prozent Skonto, wenn Du innerhalb von zehn Tagen zahlst. Ansonsten gilt ein Zahlungsziel von 30 Tagen.
Mit der Skonto-Formel ergibt sich ein effektiver Jahreszins von über 36 Prozent. Das ist der Preisvorteil, den Du im Verhältnis zur Zeit bekommst.
Nehmen wir an, Dein Alternativzins liegt bei fünf Prozent pro Jahr.
Wenn Du 5000 Euro 20 Tage länger behältst, entspricht das ungefähr 14 Euro Zinsen. Dem stehen 100 Euro Ersparnis durch Skonto gegenüber. Es lohnt sich also klar, den Skontoabzug zu nutzen.
Viele Selbstständige entscheiden täglich zwischen Liquidität und Preisnachlass. Wenn Du Skonto nutzen willst, aber Dein Geld gerade fehlt, kommt oft die Kontokorrentlinie ins Spiel.
Eine Kontokorrentlinie ist ein Kreditrahmen auf Deinem Geschäftskonto. Du kannst Dein Konto bis zu diesem Rahmen überziehen. Für den genutzten Betrag zahlst Du Kontokorrentzinsen. Das wird auch als Kontokorrentkredit bezeichnet.
Wenn Du das Zahlungsziel ausnutzt, gewährt Dir Dein:e Lieferant:in einen Lieferantenkredit: Du bekommst Leistung oder Ware heute und zahlst später. Der Preis dafür ist häufig der entgangene Skontoabzug.
Rechnungsbetrag 10.000 Euro. Skontosatz drei Prozent bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst 30 Tage. Du finanzierst die frühe Zahlung 20 Tage über die Kontokorrentlinie.
Du sparst 300 Euro, zahlst aber etwa 67 Euro Zinsen. Netto bleibt ein Vorteil von rund 233 Euro. In dieser Situation lohnt sich die Kombination aus Kontokorrentlinie und Skontozahlung.
Stell Dir vor, Du bekommst wieder 10.000 Euro Rechnungsbetrag und drei Prozent Skonto innerhalb von zehn Tagen. Deine Bank hat Deinen Kreditrahmen aber ausgeschöpft und Du müsstest einen sehr teuren kurzfristigen Kredit nutzen, etwa mit sechzig Prozent Zinsen pro Jahr.
Für 20 Tage würde Dich die Finanzierung dann ungefähr 333,33 Euro kosten. Der Skontobetrag liegt aber nur bei 300 Euro. In diesem Fall wäre die Kreditaufnahme teurer als der Preisnachlass.
Merke Dir als Regel: Sobald Deine Zinskosten höher sind als der Skontobetrag, solltest Du Skonto nicht nutzen.
Papierkram ist eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware aus Deutschland, mit der wir Selbstständigen und kleinen Unternehmen eine einfache und gesetzeskonforme Buchführung ermöglichen. Du erstellst Angebote, Rechnungen und Auswertungen an einem Ort.
Wenn Du Skonto gewähren möchtest, regelst Du das direkt über den Rechnungstext. Dafür legst Du eine eigene Dokumentvorlage an, zum Beispiel „Skonto-Rechnung“, und ergänzt im Freitext einen Hinweis wie: Zahlung innerhalb von sieben Tagen bei zwei Prozent Skonto, sonst innerhalb der regulären Zahlungsfrist netto. Dieser Hinweis erscheint automatisch, sobald Du die Vorlage nutzt.
Nehmen Kund:innen Skonto in Anspruch, erfasst Du beim Zahlungseingang den tatsächlich gezahlten Betrag über „Zahlung erfassen“. Ist der Betrag niedriger als die Rechnungssumme, kannst Du den Rest direkt als Skonto verbuchen. So gilt die Rechnung als vollständig bezahlt und Deine Buchhaltung bleibt korrekt.
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In vielen Situationen lohnt sich Skonto, weil der rechnerische Jahreszins des Nachlasses oft überraschend hoch ist. Du erhältst einen Preisvorteil für wenige Tage frühere Zahlung, was wirtschaftlich häufig attraktiver ist als das Geld länger auf dem Konto zu behalten.
Stellst Du Rechnungen, kann sich Skonto lohnen, wenn Du dadurch schneller Zahlungseingänge erzielst, Deine Liquidität stabilisierst und weniger Aufwand mit offenen Posten hast, auch wenn Du dafür einen Teil Deiner Marge abgibst.
Wichtig ist in beiden Fällen eine realistische Einschätzung Deiner Liquidität. Musst Du eine frühere Zahlung finanzieren oder ist Deine Marge sehr knapp, solltest Du Kosten und Vorteil genau vergleichen.
Skonto ist oft sinnvoll, wenn Du genug Liquidität hast und innerhalb der Skontofrist zahlen kannst. Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn Du dafür eine teure Finanzierung brauchst oder andere Rechnungen von Geschäftspartner:innen liegen bleiben, lohnt sich Skonto nicht.
Wenn Du Skonto berechnen willst, brauchst Du Skontosatz, Rechnungsbetrag, Skontofrist und Zahlungsziel. Danach vergleichst Du den Preisvorteil mit Deinen Zinskosten oder Deinem Alternativzins. Am einfachsten geht das mit dem Skonto-Rechner von Papierkram.
Ja, Skonto ist weiterhin zeitgemäß, weil es Liquidität steuert. Für Rechnungssteller:innen kann es helfen, schneller Geld zu erhalten und Mahnungen zu reduzieren. Für Rechnungsempfänger:innen bleibt Skonto ein klarer Preisvorteil, wenn eine frühe Zahlung möglich ist.
Der Vorteil ist ein direkter Preisnachlass auf die Rechnung, wenn Du früh zahlst. Dadurch sinkt Dein Rechnungsbetrag sofort.
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